Handel mit antiquarischen und vergriffenen Büchern ist weiter Wachstumsmarkt

Der professionell betriebene Handel mit antiquarischen und vergriffenen Büchern ist ein Markt, den Buchhändler und Verlage im Auge behalten müssen, aus dem sich aber auch Chancen ergeben. So das Fazit der Podiumsdiskussion, die das ZVAB heute auf der diesjährigen Buchmesse veranstaltet hat.

Moderator Joachim Merzbach startete in die Diskussion mit der Frage, ob das Gebrauchtbuch generell eine Gefahr für den Handel darstelle. Heinrich Riethmüller, Geschäftsführer der Osianderschen Buchhandlung, sieht das lieferbare Gebrauchtbuch, das über Plattformen wie Amazon Marketplace oder Ebay verkauft wird, als ein Risiko für Buchhändler. Das wirklich antiquarische oder vergriffene Buch sei jedoch auch in der Buchhandlung wirklich gefragt. „Der Versuch, den Gebrauchtbuchmarkt direkt in den Verkauf zu integrieren scheitert, wie das Beispiel Hugendubel in Berlin gezeigt hat. Das Interesse an irgendwelchen Gebrauchtbüchern ist nicht da. Es wird gezielt nachgefragt“, erklärt Riethmüller. Ein Service wie Antiquaria (ZVAB Buchhändlerprogramm) sei daher für Buchhandlungen durchaus bereichernd.

Die Gefahr durch den Privathandel bestünde auch für Verlage, da auf Privatauktionen oder über Privatanbieter die Preise unterboten würden, so der Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb beim Hoffmann und Campe Verlag Markus Klose. Gleichzeitig sei das Interesse am Gebrauchtbuch allgemein nicht grundsätzlich negativ. Es sei positiv, dass überhaupt gelesen werde und das Buch somit – egal ob gebraucht oder neu – eine generelle Wertschätzung erfahre. Petra Bewer, Inhaberin des gleichnamigen Architektur-Antiquariats, betonte, dass Antiquariate sich immer mehr spezialisieren müssten: „Man muss sich eine Nische suchen.“ Es gelte das Motto ‚Klasse statt Masse‘, um wirklich zu verkaufen. Dies bestätigte auch Peter Zylla, Managing Director des ZVAB: „Unsere Kunden kaufen nicht immer das billigste Buch, sondern meist das am besten beschriebene und erhaltene.“

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