Verpasst: 14. BuchMarktFORUM in München / Eine starke Marke muss nichts erklären/ Die meisten Verlage kennen die Ursachen für ihren Erfolg nicht

“Die meisten Verlage kennen ihre eigenen Erfolge und deren Ursachen nicht oder

Professoren unter sich: Esch (l.) und Hillebrecht

nicht genau. Hier liegt das Potential.”

Das war die Eingangsthese von Dr. Andreas Meyer beim 14. BuchMarktFORUM am 3.3. 2005 in München. Der Verlagsberater (www.verlagsconsult.de) führte gemeinsam mit Kommunikationsberater Claus-Martin Carlsberg carlsberg@claus-carlsberg.de

Ballin (l.) und Meyer

durch die von ihm wieder erstklassig zusammengestellte Veranstaltung, die sich diesmal dem Thema “Professionelles Markenmanagement für Fach- und Publikums-Verlage” verschrieben hatte.

Um es vorweg zu sagen: Wer nicht dem Ruf der Veranstalter und dem des Gastgeber und FORUM-Partners HypoVereinsbank gefolgt war, hat eines des Highlights des Jahres verpasst. Aber die “Stammgäste” (wieder zahlreich da) des nun schon seit fünf Jahren laufenden BuchMarktFORUMS www.buchmarktforum.de wissen natürlich, dass sich diese Veranstaltung (die von Landesverband Bayern, Börsenblatt, BuchMarkt, DER SPIEGEL und Akademie mitgetragen wird, sich immer durch jede Menge “Firsts” auszeichnet (und damit ist nicht nur die kostenlose SZ-DVD “Der Leopard” gemeint, die die rund 50 Teilnehmer als allererste geschenkt bekamen):

Die Referenten (wie etwa Marketing-Pabst Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch) oder der Retail-Berater Dr. Hans-Georg Häusel www.nymphenburg.de – übrigens u.v.a. Autor von „BRAIN SCRIPT. Warum Kunden kaufen“ (Haufe) – sind (wie auch diesmal) in der

SPIEGEL-Mann Schlottau

Regel die jeweiligen Spitzenleute ihres Fachs.

Auch die Themenstellung ist neu und ungewöhnlich: So etwa das Thema von HTKWProf. Dr. Steffen Hillebrecht (der als Bonus eine kostenlose Marken-Ferndiagnose anbot hillebrecht@bum.htwk-leipzig.de) oder der schonungslose Blick des frischgebackenen GARDENA-Geschäftsführers Dr. Christoph Ballin von außen auf unsere Branche, die gemessen an seinem Markt (zu dem er verblüffende Parallelen sah) erstaunlich gemütlich wirkt….

… so gemütlich, dass sie sich (Vorwurf von Armin Reins] den Luxus erlaubt, zwar großen Aufwand auf Gestaltung der Produkte, so gut wie keinen aber auf die (Verkaufs) Sprache in den Katalogen und noch weniger auf und im Produkt Buch zu legen. (Den

Dr. Frank Mair

Kontakt zu ihm sollten Sie suchen! Armin.Reins@t-online.de) – wie auch zu unserem Koop-Partner Innofact AG, dessen Vorstand Carsten Polthier www.innofact.de aus seiner Marktforschunsgparaxis verblüffende Zahlen über die Markenartikler unserer Branche vortrug. Oder erstmals von Dr. Frank Mair zu erfahren, wie das Zukunftskonzept der Marke FALK (“Nie mehr planlos”) aussieht.

Hintergründig und unterhaltsam war übrigens der „Blitzkurs“ zum Markenrecht, noch mehr der daran anschließende Workshop über Grenzfälle des Erlaubten mit Dr. Patrick Baronikians und Dr. Konstantin Wegner (beide sind Rechtsanwälte bei der auf Medien- und Markenrecht spezialisierten Münchner Sozietät SCHWARZ KELWING WICKE WESTPFAHL www.skwlaw.de.

Was Markenpflege bewirkt, wurde übrigens besonders deutlich an dem eleganten Referat von Christian Schlottau, Leiter des Unternehmensbereichs Marketing: „Das Sturmgeschütz der Demokratie“ ist seit 58 Jahren neben dem STERN die Nummer eins der meinungsbildenden Medien in Deutschland, gehört als Unternehmen aber wirtschaftlich zu den kleinen „playern“ neben Axel Springer, Burda, G&J und Bauer. Da wird die Leistung klar, was es heißt, 58 Jahren den Kurs zu halten und die journalistische Unabhängigkeit zu finanzieren. Denn es gibt ein Problem zu lösen: „Die Demokratie kauft leider keine Hefte. Und schaltet keine Anzeigen.“

Aber auch: “Eine starke Marke muss nichts erklären”.

NB: Die Eingangsthese “Die meisten Verlage kennen ihre eigenen Erfolge und deren Ursachen nicht” lässt sich durchaus auch auf den Buchhandel übertragen. Kennen SIE Ihre Erfolgsgrundlagen wirklich?

C. v. Zittwitz

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