Dubios: EU-Vorstoß gegen alle preisbindenden Verlage statt gegen das Sammmelrevers

„Im Aufbau Verlag hat man aufgrund der gestrigen Pressemeldungen noch am selben Tag, so Vertriebsleiter Norbert Schaepe auf Anfrage, über Anwälte bei der EU-Kommission nachgefragt – und die habe „noch nicht einmal die Einleitung eines Verfahrens bestätigen wollen“. Aufbau gehört zu den Verlagen, deren Geschäftsräume im August 2000 von Mitarbeitern der EU-Wettbewerbskommission und des Bundeskartellamtes wegen des Verdachts rechtswidriger Absprachen durchsucht wurden – wobei nicht nur Unterlagen beschlagnahmt, sondern sogar Terminkalender kopiert wurden. Irritierend auch die Mitteilung des Börsenvereins (s. Preisbindung III), die EU-Kommission habe gestern ein Kartellverfahren gegen alle an der Buchpreisbindung beteiligten deutschen Verlage eingeleitet. Das nämlich sei, so Schaepe, nur schwer nachvollziehbar, denn in diesem Fall müsste sich der Vorstoß nicht gegen die Verlage, sondern gegen das Sammelrevers richten. Unbeeindruckt ist auch der Sprecher der Verlagsgruppe Random House, Theo Schäfer, als ihn Reuters schon gestern befragte: „Wir warten gelassen und heiter auf den Briefträger.“ In einer noch am Freitag verbreiteten Pressemeldung von Random House heißt es: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Kommission, der die deutsche Buchpreisbindung seit langem ein Dorn im Auge ist, hier stellvertretend für alle Marktteilnehmer einige wenige mit einem zeit- und kostenintensiven Verfahren konfrontiert.“ „

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