E-Book Reader sollen für Spaß und Entspannung sorgen!

Welche Faktoren es sind, die die Akzeptanz und Annahme von E-Book Readern beeinflussen, und wie der Markt darauf reagieren kann, untersucht eine aktuelle Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Harris Interactive.

Die Studie wurde im Oktober/November 2013 in Deutschland und im März 2014 in Frankreich mittels Online-Befragung aus dem Harris Interactive Panel durchgeführt.

Die Ergebnisse: Befragt wurden 1.011 Personen. Rund 47% der Deutschen lesen elektronische Bücher (entweder auf einem E-Book Reader oder auf einem anderen tragbaren elektronischen Gerät). Davon besitzen rund 24% der Deutschen und somit fast jeder vierte einen E-Book Reader. Diese Verteilung ist über alle Altersgruppen gleich. Rund 29% der deutschen Frauen und rund 19% der deutschen Männer besitzen einen E-Book Reader besitzen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Reihe von Einflussfaktoren auf die E-Book Reader-Akzeptanz. Den größten Einfluss hat der sogenannte emotionale Wert. Rund 80% der E-Book Reader-Nutzer geben an, dass ihnen der emotionale Wert wichtig oder sehr wichtig ist. „Der emotionale Wert eines Produktes bestimmt den wahrgenommenen Nutzen beim Konsumenten, bestimmte Gefühle zu wecken“, erläutert Sandra Pakur, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Personalwirtschaft und Arbeitsorganisation an der TUHH. „In dieser Studie gibt der emotionale Wert an, ob es Freude und Spaß bereitet, den E-Book Reader zu nutzen oder ob ich mich mit Hilfe des E-Book Readers entspannen kann.“ Dass der emotionale Wert als wichtigster Einflussfaktor identifiziert wurde, sei zwar überraschend, es sei jedoch bekannt, dass subjektive Faktoren insbesondere bei elektronischen Konsumgütern von enormer Wichtigkeit seien.

Zwei weitere wichtige Einflussfaktoren für die E-Book Reader-Akzeptanz konnten im Bereich der Kompatibilität und des bedingten Konsumwertes ermittelt werden. Rund 56% der E-Book-Reader-Nutzer geben an, dass ihnen die Kompatibilität wichtig oder sehr wichtig ist

Der bedingte Konsumwert zeigt zusätzlich den Nutzen des E-Book Readers in bestimmten Lebenssituationen an. „Gerade bei einem E-Book Reader ist es nicht weiter überraschend, dass hier ein enormer Einfluss besteht. Würde ich beispielsweise lieber meinen E-Book Reader mit in den Urlaub nehmen, anstatt mehrere Bücher oder lese ich in öffentlichen Verkehrsmitteln lieber mit meinem tragbaren elektronischen Gerät als in einem Buch“, so Pakur. Von den E-Book Reader-Nutzern haben rund 80% angegeben, dass sie eher ihren E-Book Reader als Bücher mit in den Urlaub nehmen würden.

Aus den Ergebnissen leiten die Verfasser der Studie Handlungsempfehlungen für die Hersteller ab: Im Gegenzug zur aktuellen Forschungsmeinung, dass eine einfache Bedienung der Technologie einer der Hauptgründe für eine Kaufentscheidung ist, ist dieser Einflussfaktor bei E-Book Readern eindeutig vernachlässigbar. Das Softwareprogramm des E-Book Readers sollte hingegen viele Möglichkeiten anbieten und dem Leser Spaß bei der Benutzung bereiten. Die Kernfrage ist hier: Wie passt der E-Book Reader zu meinem Leben und meinem Leseverhalten? Hier kann der E-Book Reader beispielsweise durch eine dezente Beleuchtung punkten, sollte der Leser gerne abends oder nachts im Bett lesen wollen, ohne seinen Partner zu stören. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Gefühl des Umblätterns, die Software des E-Book Readers sollte auch darauf verstärkt eingehen.

Vom bedingten Konsumwert lässt sich ableiten, dass das Gewicht und die Handlichkeit von Bedeutung sind. Situationsbedingt würde der Konsument vielleicht eher einen E-Book Reader mit in den Urlaub nehmen, anstatt mehrerer schwerer Bücher. Oder in öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur Arbeit ist es für den Leser angenehmer, einen leichten E-Book Reader in der Tasche zu haben statt eines Buches. Hersteller sollten also auf ein möglichst geringes Gewicht und ein handliches Design achten. Des Weiteren könnte der Hersteller das Display auch so anpassen, dass Sitznachbarn in der Bahn nicht den Inhalt mitverfolgen können. So hätte der Leser eine bessere Privatsphäre.

Etwa 33 Millionen Konsumenten sind in Deutschland über 50 Jahre alt und haben eine überdurchschnittliche Kaufkraft, weshalb diese Konsumentengruppe ein starkes Marktpotenzial darstellt. Beim Vergleich verschiedener Altersgruppen kann beispielsweise angenommen werden, dass es für die älteren Konsumenten wichtiger als für jüngere Konsumenten ist, dass sich der E-Book Reader einfach bedienen lässt. Oder dass jüngere Konsumenten preisempfindlicher reagieren als ältere Konsumenten. Überraschenderweise konnten bei ersten Analysen keine signifikanten Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen identifiziert werden.

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