Christian Strasser entschuldigt sich öffentlich – zukünftig keine Vorabvergabe von Club-Lizenzen mehr – Beifall aus Sortimenterkreisen

Fachgruppenversammlungen können eher öde verlaufen. Oder sie bieten Überraschungen, mit denen im Vorfeld keiner so richtig rechnen konnte. Letzteres passierte auf den Buchhändlertagen in der Versammlung der Fachgruppe Verbreitender Buchhandel. Auftritt: Christian Strasser, in den letzten Tagen und Wochen einer der meistgeschmähten Männer der Branche, Stichwort „Vorabvergabe von Lizenzen für Buchgemeinschaftsausgaben, konkret: der Fall Grisham“.

Strasser entschuldigte sich für Fehler bei der Lizenzvergabepraxis („habe die Wirkung falsch eingeschätzt“, vor allem, wie aggressiv der CLUB damit werben würde („Die Farm“ – Nicht im Buchhandel“).

Konsequenz: Ein weiterer, bereits mit dem CLUB verabredeter, Titel sei bereits zurückgezogen worden, und in Zukunft werde es bei Ullstein Heyne List keine weiteren Vorablizenzen für den Club mehr geben. Außerdem appellierte Strasser an seine Kollegen aus anderen Verlagshäusern, die Strategie bei der Lizenzvergabe zu überdenken. Strasser: „Wier müssen alle begreifen, dass der Wettbewerb auf einmal über Programme geführt wird.“

Unerwartet: Lang anhaltender Beifall aus dem Sortimenter-Publikum und die Erkenntnis, dass sich demokratischer Protest eben manchmal doch lohnen kann… Der Beifall kam übrigens auch aus der Ecke der Thalia Führungsriege. Dort ist aber noch nicht entschieden, wie man jetzt reagieren werde.

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