Für Verdienste um die deutsche Literatur Berlin: Monika Grütters erhielt den Julius-Campe-Preis

Gestern Abend wurde Kulturstaatsministerin Monika Grütters in der Berliner Repräsentanz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit dem Julius-Campe-Preis 2017 des Hoffmann und Campe Verlags geehrt. Die Auszeichnung gilt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich „auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste“ erworben haben.

Monika Grütters, Daniel Kampa

Der frühere Verleger Daniel Kampa, der dem Verlag weiterhin als Publisher at large verbunden ist, begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter Autoren, Buchhändler, Verleger sowie Vertreter aus Medien und Politik. Es habe in diesem Jahr sehr viele Rückmeldungen von Buchhändlern gegeben, die dem Verlag zu dieser „perfekten Wahl“ gratuliert hätten, sagte Kampa. Monika Grütters wird für ihre Verdienste um die deutsche Literatur und vor allem für die Gründung des Deutschen Buchhandlungspreises geehrt, den sie wunderbar schnell und unbürokratisch umgesetzt habe, so Kampa. Gemeinsam mit Verlegerin Birgit Schmitz überreichte er die Auszeichnung, die mit 99 Flaschen Wein und dem bei Hoffmann und Campe erschienenen Faksimile der Französischen Zustände von Heinrich Heine dotiert ist.

In dem Bestreben, das Buch als Fundament der Demokratie und Meinungsfreiheit zu stärken, sei Monika Grütters mehr als eine Verbündete. „Sie ist eine Vorstreiterin“, so Heinrich Riethmüller, der Vorsteher des Börsenvereins, in seiner Laudatio. Grütters habe sich dafür eingesetzt, dass die Preisbindung nicht auf dem Altar des Freihandelsabkommens geopfert wird; sie habe die Preisbindung an das digitale Zeitalter angepasst und trete auch für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Bücher ein, lobte Riethmüller und sprach von einem „Glücksfall für die Kultur- und insbesondere die Buchbranche“, einer „Wanderin zwischen den Welten Kultur und Politik“ und einer „Ausnahmepolitikerin“, die mit Verve und persönlichem Engagement für die Sache des Buches wirbt. „Ihr Einsatz hinterlässt Spuren.“

Grütters‘ Idee eines Deutschen Buchhandlungspreises bezeichnete Riethmüller als folgerichtig und vorausschauend. „Denn unsere Gesellschaft braucht engagierte Buchhändlerinnen und Buchhändler, die ihre Kunden Bücher nicht nur in den Warenkorb, sondern ans Herz legen.“ Die Preisträgerin glaube an das Buch und an dessen Fähigkeit, uns fremde Welten zu erschließen und unseren Horizont zu erweitern. Daher sei der Julius-Campe-Preis das richtige Zeichen in einer Zeit, da elementare Bürger- und Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit wieder zur Disposition stünden. „Es ist eine der elementarsten Aufgaben der Buchbranche, sie zu verteidigen“, betonte Riethmüller und forderte dazu auf, für eine neue Debattenkultur einzutreten und das Buch als Garant für die Vielfalt der Meinungen zu stärken.

Monika Grütters wunderte sich in ihrer Dankesrede, dass sie für etwas ausgezeichnet wird, das zu ihren Amtspflichten zählt. Daher nahm sie den Preis stellvertretend für die unabhängigen Buchhandlungen an, die sie als die „wackersten Literaturvermittler“ in unserem Land bezeichnete. Sie seien Überzeugungstäter aus Liebe zum Buch und verlässliche Lotsen auf geistigem Neuland. „Wir brauchen geistige Schatzkammern, die der verlegerischen und literarischen Vielfalt Raum geben“, so die Ministerin. Beim anschließenden Empfang stießen die Gäste auf Monika Grütters und einen gelungenen Abend an.

ml

 

 

 

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