Veranstaltungen Berlin: Der Secession Verlag feierte das verflixte 7. Jahr

Einen schöneren Rahmen hätte man sich für ein Verlagsfest kaum wünschen können. Der Züricher Secession Verlag hatte gestern Abend in seine Berliner Dependance in der typographischen Werkstatt p98a von Erik Spiekermann geladen.

Christian Ruzicska, Adrienne Schneider, Joachim Zepelin

Seit der Verlagsgründung im Jahr 2009 sind 14 Programme erschienen, damit hat Secession das verflixte 7. Jahr gut überstanden. Das wollten die Verleger Christian Ruzicska und Joachim Zepelin mit ihren Kunden feiern. An die zwanzig Buchhändler waren der Einladung gefolgt.

Die Druckmaschinen, auf denen heute noch im Handsatz gesetzte Texte gedruckt werden, boten eine schöne Kulisse für die kurzweiligen Präsentation der Verlagsgeschichte und der Programm-Highlights. Adrienne Schneider hatte die Veranstaltung mit ihrer Frankfurter Agentur Adrienne Schneiders Literaturbetrieb bestens vorbereitet. „Wir haben uns beim Wandern in Leukerbad kennengelernt“, erzählte Christian Ruzicska. „Und dann ging alles sehr schnell. Adrienne Schneider betreut ab sofort auch die Veranstaltungen mit unserer Autorin Deborah Feldmann.“

Anregende Gespräche in der Druckwerkstatt

Das Publikum erfuhr, dass der Verlag im Laufe der Zeit immer wieder von glücklichen Begegnungen mit gleichgesinnten Menschen profitiert hat. Einer von ihnen ist der Gestalter und Typograph Erik Spikermann, der dem Secession Verlag nicht nur in seiner Druckwerkstatt Unterschlupf bietet, sondern seit einem Jahr auch dessen Bücher gestaltet. „Erik Spiekermann brennt genau wie wir für gute und schöne Bücher“, so Zepelin.

Auch Deborah Feldmann ist eine Zufallsbekanntschaft. Ihr zweites Buch Überbitten erscheint am 29. Mai. Eine kurzweilige Buchvorstellungsrunde im Schnelldurchgang machte neugierig auf bereits erschienene Titel wie Juan Gómez Bárcenas Der Himmel von Lima“ das etliche Buchhändler bereits gelesen haben und ihren Kunden begeistert ans Herz legen. Übersetzt hat es Steven Uhly, der zum Abschluss des Abend aus einem noch unveröffentlichten Text las. Steven Uhly und Prix Goncourt Preisträger Jérôme Ferrari seien die Grundpfeiler des Verlags, so Christian Ruzicska.

Christian Ruzicska, Steven Uhly und ein Gedicht zum Mitnehmen

Im Herbstprogramm setzt der frankophile Verlag ganz auf den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse und hat mit Catherine Millet, Emanuelle Bayamack-Tam, Nathalie Azoulai und Ruth Zylberman gleich vier französische Autorinnen im Programm. „Die Zeiten sind hochpolitisch, unsere Bücher singen ein Lied davon, schreiben die Verleger in der – ganz in den Farben der Tricolore gestalteten – Vorschau. Dem Handel bieten sie übrigens Sonderkonditionen für ihre französischen Titel und ein von Erik Spiekermann gestaltetes Plakat.

Gestern Abend stimmte alles, die Atmosphäre, die Gespräche – und das Essen. Ein leckeres Boeuf Bourguignon machte Appetit auf das diesjährige Gastland. Spät am Abend nahmen die Buchhändler nicht nur vielfältige Anregungen mit nach Hause, sondern auch ein Geschenk: ein von Erik Spiekermann gedrucktes Gedicht von Steven Uhly, das der Autor signierte.

ml

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