Trotz Erfolg im Kerngeschäft jetzt umfassendes Sparprogramm Bastei Lübbe verpasst selbstgesteckte Ziele

Die Bastei Lübbe AG  vermeldet heute ein “gutes Kerngeschäft“, will aber „eine größere Bilanz-Bereinigung“ vornehmen und „startet ein umfassendes Programm zur Effizienzsteigerung.“

In der heutigen Presseinfo heißt es:

Das Kerngeschäft Buchverlage, Print und Digital entwickelte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich positiv. Die Umsätze nahmen hier um 14,9 % im Print und 19,8 % im Digitalsegment zu. Diese positive Entwicklung ist nicht zuletzt auf die Bestseller Dan Brown und Ken Follett zurückzuführen, die Platz eins und zwei im Jahres-Umsatzranking des deutschen Buchmarkts belegten. Der 12. Band des Serienhelden Greg von US-Autor Jeff Kinney eroberte in nur zehn Wochen Platz 1 im Jahres-Bestseller-Ranking des Segments Kinder- und Jugendbuch. „Das ist eine großartige Entwicklung, auch wenn wir unsere ambitionierte Planung nicht ganz getroffen haben. Vor diesem erfolgreichen Hintergrund schmerzt die außerordentliche Ergebnisbelastung aus einer notwendigen Bilanzbereinigung über insgesamt EUR 11 – 12 Mio. sehr“, erläutert Carel Halff, Vorstandschef der Bastei Lübbe AG.

Zum einen werden rückwirkend zum dritten Quartal außerplanmäßige Abschreibungen bei den Beteiligungs- und Tochterfirmen BuchPartner GmbH, Bastei Media, BookRix und Beam Shop über insgesamt EUR 7 Mio. vorgenommen. Dieser Schritt ist das Ergebnis einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test), bei dem aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung sowie des weiteren Ausblicks außerplanmäßiger, nicht liquiditätswirksamer Abschreibungsbedarf ermittelt wurde.

Im Rahmen der Bereinigung von Bilanzrisiken sieht der Vorstand ferner die Notwendigkeit, die Werthaltigkeit von aktivierten Autorenhonoraren neu einzuschätzen. Daraus wird im dritten Quartal eine zusätzliche, nicht Cashflow-wirksame Ergebnisbelastung von EUR 4 – 5 Mio. erwartet. Die vorausgezahlten Honorare wurden bislang Titel-individuell von den Verantwortlichen in ihrer Werthaltigkeit eingeschätzt. Künftig erfolgt die Bewertung schematisch und wesentlich restriktiver nach einer gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfer erarbeiteten Methode. Bei der Ergebnisbelastung in diesem Quartal handelt es sich um einen Einmaleffekt aus der Umstellung. Die Umstellung ist damit abgeschlossen.

Insgesamt liegt die Bastei Lübbe AG nach vorläufigen Berechnungen im Zeitraum 1. April bis 31. Dezember 2017 mit einem Konzernumsatz in Höhe von rund EUR 113 Mio. nach EUR 116 Mio. im Vorjahreszeitraum unter den eigenen Erwartungen.

Neben einer insgesamt zu ambitionierten Planung liegt ein weiterer Grund für die verfehlten Umsatzerwartungen in der ausgebliebenen Erholung der Geschäftslage bei der BuchPartner GmbH. Die im Segment „Retail“ ausgewiesenen BuchPartner-Umsätze beliefen sich laut vorläufigen Berechnungen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf rund EUR 26 Mio. gegenüber EUR 32,5 Mio. im Vorjahr.

Bei den Ertragskennzahlen liegt der Bastei Lübbe Konzern aufgrund des genannten Abschreibungsbedarfs unter Plan. So lag der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) laut ersten vorläufigen Berechnungen in der Berichtsperiode bei rund EUR 5 Mio. nach EUR 9,3 Mio. in der Vorjahresperiode. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich im 9-Monatszeitraum nach vorläufigen Berechnungen auf rund EUR – 9 Mio. nach EUR 5,7 Mio. in der Vorjahresperiode.

Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Abschreibungen inklusive des Wertminderungsbedarfs im Bereich der aktivierten Autorenhonorare sowie auf Basis, der insbesondere im Segment „Retail“ unter den Erwartungen liegenden 9-Monatszahlen, geht der Vorstand davon aus, dass die für das Geschäftsjahr 2017/2018 ursprünglich angestrebten Umsatz- und Ertragsziele nicht erreicht werden können. Nach aktuellem Erkenntnisstand erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr nun einen Umsatz von rund EUR 140 Mio. (bisher: rund EUR 160 Mio.), ein EBITDA von rund EUR 5 Mio. (bisher: mindestens EUR 14 Mio.) sowie ein negatives EBIT in der Größenordnung von rund EUR 11 Mio.

Um das Kerngeschäft nachhaltig zu steigern, hat der Vorstand Ende Januar ein umfassendes Programm zur Effizienzsteigerung gestartet. In den nächsten neun Monaten werden die Verlagsprogramme, das Marketing, der Vertrieb und die Prozesse umfassend überprüft. „Bastei Lübbe ist eine tolle Marke mit einem starken Kerngeschäft. Wir haben fantastische Produkte und Mitarbeiter, die ideenreich und kreativ sind. Aber wir müssen an unserer Effizienz arbeiten. Hier verschenken wir aktuell viel zu viel Potenzial und erzielen nicht die Renditen, die wir uns vorgestellt haben und die der Kapitalmarkt von uns erwarten darf. Das wollen wir ändern. Deshalb haben wir in dieser Woche ein mehrstufiges Effizienzprogramm ins Leben gerufen, mit dem wir über alle Bereiche und Hierarchien hinweg Schwachstellen identifizieren und beseitigen und andererseits die vielen verborgenen Potenziale heben wollen“, erläutert Carel Halff, der Vorstandsvorsitzende der Bastei Lübbe AG.

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