Veranstaltungen Bad Vilbel/Frankfurt: Zwei Ausstellungen zu Herbert Heckmann eröffnet

Im Rahmen des Lesefestes Frankfurt liest ein Buch mit Benjamin und seine Väter im Mittelpunkt gibt es zwei Ausstellungen über den Autor Herbert Heckmann.

Am Dienstag, 25. April, wurde im letzten Wohnort des Schriftstellers, Bad Vilbel, im Foyer des Rathauses eine Exposition mit 16 großen Tafeln, einer Bücherauswahl, Filmausschnitten, Tonbandaufnahmen sowie neun Fotocollagen von Christa Schwarzwälder eröffnet. Unter dem Titel Mit Gummistiefeln und Manuskript – Erinnerungen an Herbert Heckmann sind Aussagen von Freunden, Kollegen und Nachbarn, festgehalten auf großen Bannern, zu sehen.

Thomas Stöhr

Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stöhr begrüßte die Gäste, darunter auch Familienangehörige des 1999 verstorbenen Autors: „Die Ausstellung im Rathaus Am Sonnenplatz passt gut zu Herbert Heckmann. Bad Vilbel kann sich damit aktiv in das Lesefest einbringen. Weitere Veranstaltungen begeben sich auf Spurensuche in Heckmanns letztem Wohnort und beschäftigen sich mit seinem Debütroman.“

Annette Zindel-Strauß vom Fachbereich Kultur begab sich bereits 2009 zusammen mit dem Fotografen Winfried Eberhardt auf Spurensuche und gestaltete 2010 und 2013 erste Ausstellungen, in der Zeitzeugen zu Wort kommen. „Bad Vilbel war zunächst ein Spazierziel Heckmanns, der von Frankfurt-Bornheim gerne in die Quellenstadt lief“, erklärte Zindel-Strauß, deren Vater den Autor aus Studienzeiten in Heidelberg kannte. Das Projekt sei nicht abgeschlossen, denn immer wieder meldeten sich frühere Bekannte des Schriftstellers und Hochschulprofessors.

„Wir stellten den Zeitzeugen nur eine Frage: ‚Wie war die Begegnung mit Herbert Heckmann?’ Die Aussagen nahmen wir auf Tonband auf, Winfried Eberhardt fotografierte“, erläuterte Zindel-Strauß.

Friedemann Kuhl, Annette Zindel-Strauß

Zur Vernissage war auch Friedemann Kuhl gekommen, er hatte Heckmann im Sommer 1986 kennengelernt und nach seinem Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) oft gefahren. „Man konnte sich mit Heckmann über vieles austauschen, er hatte eine große menschliche Ausstrahlung und mir, dem studierenden Grafiker, die Angst genommen, auch Texte zu schreiben. Das hilft mir bis heute“, sagte Kuhl.

Die Exposition ist bis zum 4. Mai zu sehen.

Christa Schwarzwälder

Eine zweite Ausstellung wurde gestern Abend im Fenster zur Stadt, das zum Restaurant Margarete in Frankfurt gehört, eröffnet. Organisator Wolfgang Schopf, Goethe-Universität, las zunächst aus dem Kapital Die Fotografie aus Benjamin und seine Väter, in dem es um ein Foto der Schulklasse ging. Dann ging Schopf auf die kleine Exposition ein: „Ich bin ein vom Umzug des Universitäts-Archivs ruinierter Mann. Deshalb sind die Fotos von Christa Schwarzwälder ein Schatz und ein Glücksfall.“ Die Fotografien entstanden im Zusammenhang mit der Diplomarbeit Schwarzwälders an der HfG. „Ich war damals von Professor Heckmann begeistert, er hatte etwas Verbindendes, brachte Menschen zusammen. Also habe ich gefragt, ob ich ihn mit der Kamera begleiten darf. Er hat zugesagt, so sind die Bilder in den Jahren 1986/87 auf zwölf Reisen entstanden“, erläuterte Schwarzwälder. Außerdem fand die Fotografin in den vergangenen Tagen die Begleitprotokolle der Reisen – sie sollen die Ausstellung, die bis zum 30. Mai gezeigt wird, noch ergänzen.

JF

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