Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen für die Verleger Helge Malchow und Wolfgang Hölker

Kiepenheuer & Witsch-Verleger Helge Malchow und Coppenrath-Verleger Wolfgang Hölker sind heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Laudator: Jürgen Rüttgers mit Helge Malchow (l.) und mit Wolfgang Hölker

Im Rahmen eines Festaktes im Düsseldorfer Ständehaus (bei dem u.a. auch Ex-Bundesminister Egon Bahr, der Schauspieler Armin Müller-Stahl und die Schriftstellerin Ulla Hahn geehrt wurden, ist ihnen gemeinsam mit 18 weiteren Bürgern von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers diese Auszeichnung verliehen worden.

Rüttgers dankte den ausgezeichneten Persönlichkeiten: “Sie alle haben den Mut, sich für Ihre Mitmenschen stark zu machen. Sie haben ein beeindruckendes Zeichen der Verantwortung und Solidarität gesetzt. Sie haben gezeigt, dass Sie als Starke in der Gesellschaft sehr wohl die Schwachen im Blick haben. Sie haben nicht nur Mut gezeigt, sondern auch Mut gemacht. Wir brauchen Vorbilder wie Sie. Wir brauchen deshalb auch Auszeichnungen wie die, die wir heute vergeben. Ihre Ehrung ist für uns Erinnerung daran, wie sehr wir darauf angewiesen sind, dass Menschen sich füreinander einsetzen.”

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist im März 1986 gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, deren außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit in allen Lebensbereichen erworben worden sein können.

Jürgen Rüttgers Laudatio auf Helge Malchow (im Wortlaut): “‘Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt’, lautet ein arabisches Sprichwort. So gesehen könnte man Helge Malchow auch als hervorragenden Gärtner bezeichnen. Seine Leidenschaft für Literatur führte ihn von seinem Beruf als Lehrer an der Gesamtschule Rodenkirchen bei Köln hin zu seinem zweiten Beruf als unbestritten erfolgreichsten Lektor und jetzigen Verleger des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch. 1981 lernte Helge Malchow Dr. Reinhold Neven Du Mont kennen, als dieser auf seinen Wunsch hin im Leistungskurs Deutsch über die Rolle des Buchverlegers berichtete.

Es muss Begeisterung auf den ersten Blick gewesen sein: Bald schon war Helge Malchow als Lektor für die KiWi-Paperbackreihe zuständig, der er in kurzer Zeit ein neues Profil gab. 1984 folgte ein längerer Aufenthalt in New York, der dem Verlag eine Reihe von Kontakten zu dortigen Verlegern, literarischen Agenturen, aber auch amerikanischen Autoren einbrachte. Seit 1993 ist er Cheflektor und beteiligt sich an der Konzeption, der Schwerpunktsetzung und der Einschätzung neuer Projekte. 2001 übernahm er die verlegerische Geschäftsführung. Unter seiner Regie gewann der Verlag an Beliebtheit bei den Autoren, an Anerkennung im Sortimentsbuchhandel und an Renommee in der Öffentlichkeit. 2005 wurde Helge Malchow von BuchMarkt zum »Verleger des Jahres« gewählt.

Das größte editorische Unternehmen des Verlegers Helge Malchow ist die Herausgabe sämtlicher Werke des Kölner Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll in der sogenannten »Kölner Ausgabe«.

Helge Malchow ist in der Öffentlichkeit ein anerkannter Literatur-Motivator. Mit seinem Engagement spricht er ebenso junge Leser wie junge Autoren an. Er fördert und festigt damit gleichzeitig das Image der Literaturstadt Köln. Dafür spricht ihm das Land Nordrhein- Westfalen seinen Dank aus.”

Über Wolfgang Hölker resümmierte Rüttgers:
„Er ist ein waschechter Münsteraner und ein erfolgreicher Verleger – und er hat ein besonderes Faible für die Denkmalpflege.

Beruflich gründete der gelernte Verlagskaufmann 1967 die Galerie 67/Steinrötter in Münster und 1975 den Verlag Wolfgang Hölker GmbH. 1977 übernahm er den Coppenrath Verlag und konzentrierte sich dort auf Kinderbücher. Die Figur des 1994 ins Leben gerufenen Hasen Felix haben den Namen der Stadt Münster international bekannt gemacht. Felix ist ein beliebter „Botschafter“ der Stadt.

Aber damit nicht genug: Wolfgang Hölker hat eine ganze Reihe denkmalpflegerischer Projekte in Münster umgesetzt: So gehen die Renovierung des „Oer’schen Hofs“, des Bürgerhauses in Münster, des Mervelder Hofs in der Stadt Horstmar und eines Fachwerkspeichers in Ascheberg auf sein privates Engagement zurück. Mit der Umnutzung des Speichers am Hafenweg 30 für sein Unternehmen wurde die Initialzündung zur heutigen Entwicklung des Stadthafens zum „Kreativ-Kai“ gelegt. Gemeinsam mit der Stadt Münster und bezuschusst vom Land hat Wolfgang Hölker die „Ausstellungshalle Zeitgenössische Kunst“ als Präsentationsort für junge und zeitgenössische Kunst etabliert. Einer der renovierten Kornspeicher beherbergt ein Atelierhaus mit 32 Ateliers, die den ansässigen Künstlern Raum für Kreativität bieten.

Ein klassizistisches Wohnhaus an der Münzstraße hat Wolfgang Hölker vor dem Verfall gerettet und eine denkmalgeschützte Feuerwache in Münsters Hafen restauriert.

Aber auch damit noch nicht genug: Auch der Reitsport in Münster hat in ihm einen langjährigen Freund und Partner. Seit den 1980er Jahren ist er im Westfälischen Reitverein e.V. für den Erfolg der Veranstaltung „Turnier der Sieger“ verantwortlich.

Zudem unterstützt er soziale und karitative Einrichtungen, z.B. das bundesweite Kinderprojekt „ARCHE“ und viele Kinder-Tafeln mit Büchern, Spielen oder Textilien.
Wir freuen uns mit der Stadt Münster über ihren großzügigen, engagierten Bürger und danken Wolfgang Hölker für seinen vorbildlichen Einsatz.“

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