Übersetzerpreis der Kulturstiftung Erlangen für Uljana Wolf

Anlässlich des 35. Erlanger Poetenfests (27. bis 30. August 2015) vergibt die Kulturstiftung Erlangen zum sechsten Mal den „Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung“. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr an die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf verliehen. Sie nimmt die Auszeichnung am 28. August in der Erlanger Orangerie entgegen, die Laudatio hält Yoko Tawada.

„Uljana Wolf erhält den sechsten Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung für ihr lyrisches und übersetzerisches Gesamtwerk, das die Übergänge zwischen den Sprachen auslotet. Schon ihr erster Gedichtband kochanie ich habe brot gekauft (2005) beschreibt einen sprachübergreifenden Grenzverkehr. falsche freunde (2009), ein schöpferisches Fehlerlesen, macht die Übersetzung von Mensch und Sprache selbst zum Gegenstand der Dichtung. Die Kreolisierung der Welt erkundet meine schönste lengevitch (2013), ein zwitterpoetisches Doppeltgehen jenseits fest gefügter Sprachidentitäten. Übersetzen ist für Uljana Wolf eine poetische Praxis der Entgrenzung, die neue, vielfältige Sprachwirklichkeiten schafft.“ (Aus der Begründung der Jury)

Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, studierte Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau. Neben Übersetzungen aus dem Englischen und ostslawischen Sprachen veröffentlichte sie mehrere Bände mit Lyrik und Prosagedichten, die den Begriff der Übersetzung in all seinen unterschiedlichen Facetten beleuchten. Uljana Wolf lebt in Berlin und New York, sie unterrichtet Poesie und Übersetzung an der Humboldt-Universität (Berlin) sowie am Pratt Institute (New York).

Die Jury des Erlanger Literaturpreises besteht selbst aus Übersetzern. Der Jury gehörten in diesem Jahr an: Annette Kopetzki (Hamburg), Adrian La Salvia (Oranienbaum-Wörlitz – Jury-Sprecher), Benedikt Ledebur (Wien), Ilma Rakusa (Zürich), Ulf Stolterfoht (Berlin), Yoko Tawada (Berlin) und Peter Waterhouse (Wien).
Der Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung wurde bisher an Felix Philipp Ingold (2005), Georges-Arthur Goldschmidt (2007), Barbara Köhler und Ulf Stolterfoht (2009), Elke Erb (2011) sowie an Yoko Tawada (2013) verliehen.

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