Slavenka Drakulic erhält Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2005

Die Schriftstellerin und Journalistin Slavenka Drakulic erhält den
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2005. Dies gab das

Preisträgerin Drakulic mit Leipziger OB Tiefensee

Kuratorium des Preises – Stadt Leipzig, Freistaat Sachsen und Börsenverein
des Deutschen Buchhandels – am Mittwoch auf einer
Veranstaltung in Berlin bekannt. Sie erhält die mit 10.000 Euro dotierte
Auszeichnung auf der Eröffnungsveranstaltung der Leipziger Buchmesse am 16.
März.

Die Jury entschied sich für die 1949 in Kroatien geborene Slavenka Drakulic
und ihr Buch „Keiner war dabei – Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor
Gericht“ (Paul Zsolnay Verlag Wien) mit klarem Votum. Das Werk rücke zwei
Themen in den Vordergrund: das Banale und das Böse als das große
europäische Motiv des 20. Jahrhunderts und die Psychologie des Terrors und
des Terrorisierens als ein ganz zentrales Problem der heutigen Welt.

Slavenka Drakulic hat Titos Jugoslawien mit sechs Republiken, drei Sprachen
und drei Religionen erlebt. Verheiratet mit einem schwedischen
Journalisten, lehrt sie heute zeitweise in den Vereinigten Staaten und
in Stockholm, Wien und Istrien. Über Wochen und Monate verfolgte sie von
der Publikumstribüne aus die Verhandlungen sowohl vor dem Internationalen
Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als auch in Kroatien.

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