Preis der Fondation Auschwitz an Hans-Joachim Lang

Die Jury und der Wissenschaftsrat der Brüsseler Fondation Auschwitz haben entschieden, den „Preis der Fondation Auschwitz 2003-2004“ an den Tübinger Autor Hans-Joachim Lang zu verleihen und damit seine Arbeit „Die Namen der Nummern. Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren“ (Hoffmann und Campe) auszuzeichnen.

Die Verleihung des mit 2.500 Euro dotierten Preises findet am Dienstag, 14. Dezember um 18.00 im Rathaus von Brüssel (Salle Gothique) statt.

Mehr als fünf Jahre recherchierte Lang das Schicksal der im Auftrag der SS-Wissenschafts-organisation „Ahnenerbe“ ausgewählten und im KZ Natzweiler (Elsass) getöteten Juden. Die Skelette der Opfer sollten im Anatomischen Institut der „Reichsuniversität Straßburg“ ausgestellt werden und in künftigen „judenfreien“ Zeiten Forschungszwecken dienen.

Nach umfangreichen Recherchen hatte Lang den Ablauf des Verbrechens rekonstruiert und alle 86 Ermordeten identifiziert und ihre Herkunft ergründet. Wie Lang herausfand, stammten sie aus acht europäischen Ländern, nämlich aus Norwegen, Polen, Griechenland, Österreich, Frankreich, Belgien, Niederlande und Deutschland. In vielen Fällen konnte er sogar Angehörige ausfindig machen und sie befragen.

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