Peter-Huchel-Preis 2008 für Ulf Stolterfoht

Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an Ulf Stolterfoht. Der in Berlin lebende Autor wird für seinen bei Urs Engeler Editor erschienenen Band „holzrauch über heslach“ ausgezeichnet.

Mit seinem Langgedicht „holzrauch über heslach“ unternehme der „erwerbslyriker und engeler-artist“ (Stolterfoht über Stolterfoht) eine autoethnographische Sprachexpedition, so die Jury in ihrer Begründung. Es gelinge ihm, die Verfahren der experimentellen Poesie und die Erlebnissplitter einer Jugend in den siebziger Jahren im Stuttgarter Stadtteil Heslach in eine verwegene Sprachgestalt zu bringen. Mit narrativen Elementen entwerfe der Autor die Chronik eines „Clans“ von „Katzenartigen“, der mit Popmusik, Drogen und Weizenbier dem Spießerghetto zu entkommen versucht.

Die Auszeichnung wird am 3. April, dem Geburtstag Peter Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen.

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1983 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er soll die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigen. Zugleich will er das Interesse der Öffentlichkeit auf die von den Medien oftmals marginalisierte Gattung Lyrik lenken.

Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel (geboren am 3.4.1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin – gestorben am 30.4.1981 in Staufen im Breisgau), den bedeutenden Lyriker und Chefredakteur von Sinn und Form. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehörten zuletzt Nicolas Born (postum), Uljana Wolf und Oswald Egger.

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