Literaturpreis 2008 der Jürgen Ponto-Stiftung heute in Frankfurt an Christopher Kloeble übergeben

Christopher Kloeble nimmt die Urkunde
von Prof. Walter Hinck entgegen

Im Literaturhaus in Frankfurt am Main fand heute Abend die feierliche Verleihung des diesjährigen Literaturpreises der Jürgen Ponto-Stiftung an Chistopher Kloeble statt.

In seiner Ansprache unterstrich Günther Opitz, Lektor bei dtv, dass auch in der Gegenwart noch gilt: Literatur hat die Aufgabe, das Leben zu deuten. Ob sie dann die richtigen Antworten liefert, ist eine andere Frage. Der junge Autor hat in seinem Roman Unter Einzelgängern, der vor wenigen Wochen bei dtv erschien, präzise und höchst anschaulich vom Zerfall einer Familie erzählt. Der Absolvent des Leipziger Literaturinstituts schreibt außerdem Theaterstücke und sitzt gegenwärtig an einem Drehbuch.

Walter Hinck, Literaturwissenschaftler, Kritiker und langjähriges Kuratoriumsmitglied der Jürgen Ponto-Stiftung, beschrieb in seiner Laudatio Kloebles Debüt als Roman in einem Roman, geschildert aus dem Blick der Generation des Medienzeitalters. Der 1982 geborene Autor unternimmt in seinem Buch Zeitsprünge und Perspektivwechsel. Begeistert zeigte sich Hinck vom Epilog in diesem Buch, der trotz trauriger äußerer Umstände Hoffnung ausstrahle.

Anschließend las Christopher Kloeble ein Kapitel aus seinem Roman.

Kurt Drawert, ebenfalls Preisträger (1991), trug danach aus seinem 2007 bei Suhrkamp erschienenen Buch Ich hielt meinen Schatten für einen andern und grüßte vor. Die Geschichte enthält sowohl Elemente von Kaspar Hauser, erinnert aber auch an Dantes Göttliche Komödie.

Zum Abschluss des Abends las Elmar Schenkel, Preisträger 1985, aus seinem gerade in der Edition Isele herausgekommenen Buch Cyclomanie und erläuterte am vom Publikum gewählten Beispiel Mark Twain, was Literatur und Fahrrad fahren miteinander zu tun haben.

Die 1977 gegründete Jürgen Ponto-Stiftung vergibt seit 1978 jährlich den Literaturpreis für ein angenommenes belletristisches Manuskript. Die Vorschläge für den Preisträger kommen von Verlagslektoren.

JF

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