Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien 2013 für Susan Kreller und Cornelia Travnicek

Der Deutsche Literaturfonds und der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) vergeben auf der Leipziger Buchmesse zum vierten Mal die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien – in diesem Jahr an die deutsche Autorin Susan Kreller für ihr Debüt Elefanten sieht man nicht (Carlsen) und an die Österreicherin Cornelia Travnicek für ihr Buch Chucks (DVA).

Eine unabhängige Jury wählte die beiden Stipendiatinnen anhand der Einreichungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 aus. Der Jury für die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien gehörten Dr. Stephanie Jentgens (Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur), PD Dr. Gina Weinkauff (Vorsitzende der Kritikerjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2013) und Dr. Michael Schmitt (3sat/Kulturzeit) an. Beide Autorinnen erhalten ein jeweils sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro.

Die Begründung der Jury: „In ihrem ersten Roman erzählt Susan Kreller von kindlichem Elend, von Misshandlungen und von der Furcht einiger Menschen in einer kleinen Stadt vor einer Wahrheit, von der eigentlich alle wissen. Und sie erzählt von der 13-jährigen Mascha, die helfen will, aber alles zunächst noch viel schlimmer macht, weil Mascha ihre eigene Geschichte hat, vor der sie selbst gerettet werden müsste. In eindringlichen Bildern und scharf umrissenen Szenen entwickelt Susan Kreller ihre Geschichte mit der Intensität eines Psychothrillers, fragt nach der unscharfen Grenze zwischen Gut und Böse und nach der Angst davor, aus dem, was man weiß, auch Konsequenzen zu ziehen“, begründet die Jury ihre Wahl.

Außerdem heißt es in der Jurybegründung: „Cornelia Travnicek folgt in ihrem Debüt einer unruhigen Heldin, die in wilden Sprüngen, mit zynischen Sprüchen und altklugen Einsichten zwischen erstickendem Elternhaus und frühen Erwachsenenjahren hin und her jagt. Mae ist Anfang 20, hat sich nach dem Tod ihres Bruders auf den Straßen Wiens und unter Punks herumgetrieben, hat mal bei dem jungen Architekten Jakob und mal mit dem Fotografen Paul zusammengelebt. Mae kann nicht allein sein, sie kann auch nicht bleiben, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wird. Aber sie braucht Erinnerungen, sammelt abgeschnittene Haare eines Liebhabers und die Luft aus dessen Krankenhauszimmer in kleinen Tupperware-Döschen. Mit dieser Geschichte gelingt der Autorin in einem schmalen Roman das eindrückliche Porträt einer jungen Frau voller Unrast und ohne festes Ziel.“

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