ITB Berlin: Abgespeckte Buchwelt, aber eine Award-Verleihung mit einem Hauch Oscar-Feeling

Die Peisträger des Destinations-Awards Türkei

“Bei einer Oscar-Verleihung werden die Gewinner wenigstens vorher angerufen“, witzelte David Ruetz, Senior Manager der ITB Berlin (Internationale Tourismus-Börse), als er Armin Vielhaber, Vorsitzender des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung und Gründer der “Sympathie”-Hefte den ITB-Award-Sonderpreis Social Entrepreneurship überreichte. Der hatte von seiner Ehrung nämlich aus der Presse erfahren.

Knapp zwei Stunden lang wurden auch in diesem Jahr wieder während der Berliner Reisemesse am Freitagnachmittag die besten Reiseführer des Jahres 2009 mit dem ITB-Award ausgezeichnet. Und das in 13 Kategorien [mehr…]. Professionell wie immer: Moderatorin Mary Amiri, die nicht nur die Laudatoren begrüßte, sondern auch kleine Interviews mit den Gewinnern einstreute.

War lange ahnungslos: Armin Vielhaber

Wie z.B. mit Christine Philipp, Autorin des Südafrika-Handbuchs aus dem Verlag Reise Know-How. Sie erzählte, dass es auch als Frau kein Problem sei, durch das afrikanische Land zu reisen, wenn man bestimmte Regeln einhält.

Christine Philipp war eine der wenigen Autoren, die es nach Berlin geschafft hatten. Viele Preisträger waren – das bringt ihr Job nun mal mit sich – auf Reisen und wurden durch ihre Verleger, Cheflektoren oder Programmleiter vertreten. So auch Iris Alanyali, die für ihr Buch “Gebrauchsanweisung für die Türkei” ausgezeichnet wurde. Für sie nahm Bettina Feldweg, Programmleiterin des Malik Verlags, den Preis entgegen.

“Schwer bepackt” fuhr Bernhard Kellner, Pressechef des Langenscheidt Verlags wieder nach München: Er nahm stellvertretend gleich drei Urkunden entgegen: für den “Polyglott on Tour: Türkische Mittelmeerküste”, für das Bildwörterbuch “Türkisch für Kinder” und für den “Polyglott Apa Style Südafrika”.

Ein alter Hase auf der Showbühne ist Rainer Eisenschmidt, Chefredakteur der Baedeker-Reiseführer: Seine Titel sind seit Jahren unter den Preisträgern der ITB-Awards. So auch in diesem Jahr: Die Baedeker-Reiseführer zu den Zielen “Istanbul” und Türkische Mittelmeerküste” bekamen je eine Auszeichnung. Eisenschmidt brachte aber für sein Mutterhaus MairDumont noch weitere Preise mit nach Hause: Auch ein Lonely Planet- und ein Marco Polo-Titel standen auf der Sieger-Liste.

Kam mit Hut: Peter Rump

Als Verleger mit dabei waren Peter Meyer-Geschäftsführerin Annette Sievers, die den Innovationspreis für den Titel “Italien – autofreie Urlaubsorte” erhielt, Claudia Knauss, Vorsitzende der Geschäftsführung beim Verlag KV&H, die in der Kategorie “Reise-Kalender” einen Preis für die “Edition Alexander von Humboldt” entgegennahm, und Peter Rump (Reise Know-How, der ebenfalls mehrmal auf die Bühne musste: Nicht nur sein “Kulturschock“-Titel wurde mit dem Prädikat “Die besondere Reiseführer-Reihe” ausgezeichnet. Er nahm auch die Urkunden für den Kauderwelsch-Titel “Türkisch. Wort für Wort” und den Autorenpreis Südafrika für Elke und Dieter Losskarn entgegen. Rump kam mit einem australischen Cowboy-Hut, den er allerdings, wie er verriet, in der Bretagne gekauft hatte.

Ebenfalls nicht persönlich erscheinen konnten Renate und Stefan Loose, die für ihr Lebenswerk, die orange-farbigen “Stefan Loose Travel Handbücher” (seit 2002 bei MairDumont), ausgezeichnet wurden: Sie sind derzeit auf einer dreimonatigen Tour durch

Stellvertreter: Klaus Schindler, Mischa Loose (r.)

Malaysia, die übrigens ihre letzte Recherchereise sein soll: Im Sommer wollen sie sich zur Ruhe setzen – allerdings nur als Reiseführer-Autoren, nicht als Globetrotter. Als Nachfolger steht ihr Sohn Mischa Loose, der sich selbst schon als Reiseführer-Autor etabliert hat, in den Startlöchern. Er war es auch, der den Preis stellvertretend für seine Eltern am Freitagnachmittag gemeinsam mit Klaus Schindler, einem Mann der ersten Stunde bei Loose, entgegennahm.

Die ITB-Buchwelt, dieses Mal in Halle 10.2. untergebracht, war auch in diesem Jahr weiter geschrumpft: Lediglich Travel House Media und der österreichische Verlag Esterbauer waren mit einem eigenen Stand vertreten. Die anderen Verlage zogen es – wie auch schon im letzten Jahr – vor, für ihre Titel Regalmeter am Stand der Berliner Reise-Buchhandlung Schropp zu mieten. Die konnte ihre Fläche vor allem durch eine Kooperation mit dem Globenbauer Columbus erweitern: Auf einer Sonderfläche wurden die edlen Erdkugeln in Schaukästen aus Plexiglas präsentiert. Hingucker auch: Der rote Kastenwagen von Schropp-Inhaberin Regine Kiepert und der überdimensionale Globus im Wert von ca. 9.000 Euro.

Kiepert selbst, die seit einigen Jahren während der Messetage auch verkaufen darf, zeigte sich mit dem Umsatz zufrieden: “Es war so wie im letzten Jahr.”

Cornelia Camen

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