Goethe-Plakette für Silvia Tennenbaum

Silvia Tennenbaum erhält die Goethe-Plakette
von Ingmar Jung

Der Ort für die Verleihung der ältesten Auszeichnung des Landes Hessen war ungewöhnlich, aber treffend: Gestern Abend erhielt die Autorin Silvia Tennenbaum in der Buchhandlung Land in Sicht in Frankfurt die Goethe-Plakette.

Silvia Tennenbaum steht gegenwärtig mit ihrem Familienroman Straßen von gestern im Mittelpunkt der dritten Auflage von Frankfurt liest ein Buch [mehr…]. Der Lesemarathon war heute Abend zu einem Gespräch zwischen der Autorin und Ruth Fühner vom Hessischen Rundfunk bei Land in Sicht zu Gast.

Erstmals, so unterstrich Barbara Determann von der Autorenbuchhandlung, veranstalteten zwei Mitglieder der Kooperation unabhängiger Buchhändler KommBuch.com, Land in Sicht und die Autorenbuchhandlung Marx & Co. einen gemeinsamen Abend. Der Andrang war groß, nicht alle Interessierten fanden Platz in der Buchhandlung, denn mehr als 100 Gäste waren gekommen, um dem Gespräch zu lauschen.

In ihrer Begrüßung erinnerte Susanne Petzl an den ersten Besuch von Silvia Tennenbaum bei Land in Sicht – das war 1990, als sie eine der ersten deutschen Ausgabe von Straßen von gestern vorstellte.

Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, würdigte Silvia Tennenbaums Engagement für Versöhnung und gegen Vergessen. Die große Tradition jüdischer Stifter, Künstler und Gelehrter wird in ihrem Buch lebendig. Gleichzeitig beschreibt die Autorin einen unermesslichen Schatz, der aufgrund der nationalsozialistischen Diktatur verloren ging. Das Frankfurt, das Silvia Tennenbaum noch als Kind erlebt hat, gibt es nicht mehr.

Die Autorin habe in ihrem Buch der Geburtstadt Goethes ein Denkmal gesetzt – nun kehre der große Dichter in Form der Goethe-Plakette zu ihr zurück.

Silvia Tennenbaum freute sich über die Auszeichnung und war erstaunt über die Größe und Schwere der Plakette. „Gibt es nicht ein kleines Band dazu, das man tragen kann?“, fragte sie humorvoll. Nein, so ein Band gebe es leider nicht. Aber Ingmar Jung überreichte Blumen, blaue natürlich, denn das ist die offensichtliche Lieblingsfarbe der Schriftstellerin.

Wie lebendig die zierliche Frau mit der blauen Haarsträhne ist, woher sie ihre Anregungen und Einfälle nimmt und was sie bis heute umtreibt, konnten die Besucher im anschließenden Gespräch mit Ruth Fühner erfahren.

Nach diesem gelungenen Abend wäre es eine Überlegung wert, die Goethe-Plakette künftig stets in solch einem Rahmen zu verleihen – zumindest, wenn die Geehrten etwas mit Büchern zu tun haben.

JF

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