Geschwister-Scholl-Preis für “Die fremde Braut” von Necla Kelek

Der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels] und die Landeshauptstadt München verleihen dem Buch Die fremde Braut von Necla Kelek (KiWi) [mehr…] den Geschwister-Scholl-Preis 2005.

Sinn und Ziel des Geschwister-Scholl-Preises ist es, jährlich ein Buch auszuzeichnen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt, das geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. “Auf Erfahrungen in ihrer eigenen Lebensgeschichte gestützt, hat die türkisch-deutsche Soziologin Necla Kelek ein zorniges, aufrüttelndes Buch geschrieben: eine Streitschrift gegen den archaischen Sittenkodex der Zwangsheirat, für einen besseren Schutz der Opfer arrangierter Ehen und für das Recht auf selbstbestimmte Lebensführung. Ihr Appell zielt nicht in erster Linie auf gesetzliche Regelungen, so notwendig diese auch sind, sondern auf eine zivilgesellschaftliche Debatte über Normen und Werte im interkulturellen Dialog. Necla Kelek konfrontiert uns mit Verstößen gegen die Grundrechte von türkischen Bürgerinnen, die mitten unter uns leben und somit auch mit einer Frage, die ebenso unbequem wie unumgänglich ist: Wo verläuft in Deutschland die Grenze zwischen dem gebotenen Respekt vor kultureller Differenz und falsch verstandener Toleranz?”, so die Jury. Der Preis, der in diesem Jahr zum 26. Mal vergebenen wird, ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Jury unter dem Vorsitz von Kulturreferentin Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl und Dr. Rosemarie von dem Knesebeck, Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V., gehörten an: Christoph Buchwald (Autor und Literaturvermittler), Ulrich Chaussy (Autor und Publizist), Sabine Dultz (Münchner Merkur, Feuilleton), Gert Heidenreich (Autor), Dr. Ingeborg Harms (Publizistin und Literaturkritikerin), Susanne Höhn (Goethe Institut), Prof. Dr. Hans Günter Hockerts (Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Universität München), Dr. Petra Kipphoff (Die Zeit) und Dr. Gustav Seibt (Historiker und Publizist).

Die Auszeichnung wird bei einem Festakt am 14. November 2005, 19.00 Uhr, in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1, in München verliehen.

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