Erich Fried Preis für Judith Hermann

Die in Berlin lebende Schriftstellerin Judith Hermann erhält in diesem Jahr den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis. Das hat die alleinige Jurorin, die Autorin Monika Maron, bestimmt.

Mit ihrer erzählerischen Kunst habe Judith Hermann das Stiefkind der deutschen Literatur, die Erzählung, wieder in den Mittelpunkt literarischen Interesses gerückt“, so Monika Maron in ihrer Begründung. „Judith Hermann erzählt kühl und gleichermaßen zärtlich von Menschen, die tastend und sehnsüchtig ihren Platz in einer Gesellschaft suchen, die das Individuum in die Freiheit entlassen hat, eine Freiheit, die Sehnsucht erzeugt nach Sinn und Verbindlichkeit. Damit beschreibt sie nicht nur die emotionale Verunsicherung der jungen Generation, sondern auch die ihrer desillusionierten Eltern und Großeltern, denen die kollektiven Ziele und Träume im Laufe des Lebens abhanden gekommen sind.“

Für ihre Erzählbände wurde Judith Hermann mehrfach ausgezeichnet. Soeben ist im S. Fischer Verlag ihr erster Roman Aller Liebe Anfang erschienen.

Die Preisverleihung mit der Laudatio von Monika Maron und einer Rede von Judith Hermann findet am 23. November im Literaturhaus Wien statt.

Der Erich Fried Preis wird seit 1990 durch die Internationale Erich Fried Gesellschaft vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Christoph Hein, Robert Schindel, Paul Nizon, Oskar Pastior, Robert Menasse, Marcel Beyer und Terézia Mora.

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