Berlin: Romain-Rolland-Preis für Elisabeth Edl und Bernard Kreiss

Gaëlle Guicheney (l.), Elisabeth Edl,
Christoph Roeber

Gestern Abend wurde in der Französischen Botschaft in Berlin der Romain Rolland-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen verliehen. Hauptpreisträger sind Elisabeth Edl und Bernard Kreiss. Die Förderpreise gingen an Gaëlle Guicheney und Christoph Roeber.

Der Gesandte der Botschaft, Jean-Claude Tribolet und Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung überreichten die in beide Übersetzungsrichtungen vergebene Auszeichnung. Elisabeth Edl und Bernard Kreiss erhalten den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

„Die Übersetzung ist die Sprache Europas“, zitierte Jean-Claude Tribolet in seiner Begrüßung Umberto Eco und erinnerte daran, dass die DVA-Stiftung den Romain-Rolland-Preis anlässlich des 50. Jahrestags der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags am 22. Januar 2013 ins Leben gerufen hat, um die entscheidende Rolle des Übersetzens im Dialog zwischen den Kulturen anzuerkennen. Benannt ist der Preis nach dem französischen Autor und Nobelpreisträger Romain Rolland, ein Pazifist, der bereits vor gut hundert Jahren in seinen Romanen und Essays für Dialog und Verständigung zwischen beiden Ländern plädierte.

Insgesamt hätten Verlage und Kultureinrichtungen 40 Vorschläge für den Hauptpreis eingereicht, sagte Joachim Rogall. Die Förderpreisträger konnten sich gegen 28 Mitbewerber durchsetzen. Bevor die Preisträger in einer von Erika Mursa, der Beauftragten der DVA-Stiftung, moderierten Gesprächsrunde von ihrer Arbeit erzählten, stellte Rogall die Preisträger vor.

Elisabeth Edl, bereits mehrfach ausgezeichnete Übersetzerin, hat sich einen besonderen Namen durch die Neuübersetzung französischer Klassiker wie Gustave Flauberts Madame Bovary gemacht, aber auch Werke von Patrick Modiano, Hélène Berr oder Simone Weil ins Deutsche übertragen.

Bernard Kreiss hat mit seinem umfangreichen Oeuvre entscheidend dazu beigetragen, dass wichtige deutsche Autoren der Nachkriegszeit in Frankreich bekannt wurden. Dazu zählen literarische Übersetzungen von Autoren wie Siegfried Lenz, Elias Canetti, Christoph Ransmayr und Uwe Timm.

Gaëlle Guicheney, geboren auf Korsika, ist Lektorin an der Universität Salzburg. Sie übersetzte bereits Kristof Magnussson und Pascal Mercier ins Französische. Sie erhält den Förderpreis für ihr Übersetzungsprojekt von Wilfried Steiners Bacons Finsternis. Für den Roman, der im Deuticke Verlag erschienen ist, sucht sie noch einen französischen Verlag.

Christoph Roeber übersetzte Julien Marets Roman Tirade, der im vergangenen Jahr auf Deutsch im Verlag diaphanes erschien. Er wird für sein Projekt zu Julie Mazzieris Discours sur la tombe de l’idiot ausgezeichnet.

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