Borromäusverein schliesst Fachhochschule für Bibliothekswesen

Der Borromäusverein stellt mit dem Abschluss der Diplomprüfungen der jetzigen Studierenden den Betrieb seiner Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen Bonn ein. Neue Studierenden werden nicht mehr aufgenommen. Mit dem Ende des ordentlichen Lehrbetriebes wird im August 2003 gerechnet.

Die seit 1921 bestehende Einrichtung ist die einzige staatlich anerkannte Ausbildungsstelle in kirchlicher Trägerschaft. In den zurückliegenden Jahren wurden in einem sehr praxisnahen und fachlich hoch anerkannten Studiumgang Dipl. Bibliothekare für öffentliche Bibliotheken ausgebildet. Die Absolventen arbeiten heute in den meisten Fällen in kommunalen öffentlichen Bibliotheken, in Dokumentationsstellen von Medieneinrichtungen und der Wirtschaft sowie in kirchlichen Arbeitsfeldern. Eine geschätzte Besonderheit der Ausbildung war die Einbeziehung zahlreicher nebenamtlicher Dozenten aus bibliothekarischen Praxisfeldern als Lehrbeauftragte.

Die Gründe für die Einstellung der Fachhochschule sind finanzieller Natur. Der Borromäusverein e.V. als Träger übernahm über viele Jahre neben dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) einen Teil der entstehenden Kosten. Diese Kostenbeteiligung konnte nicht mehr gewährleistet und durch eine zusätzliche Kostenübernahme des VDD oder anderer Geldgeber nicht aufgebracht werden. Die Gremien der Fachhochschule und des Borromäusvereins unternahmen in den vergangenen Jahren zahlreiche Versuche u.a. mit der Kath. Fachhochschule Nordrhein Westfalen, die Zukunft der Fachhochschule zu sichern.

Neben der Ausbildung von Diplom-Bibliothekaren bietet der Borromäusverein ein umfangreiches Angebot an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für ehren-, neben- und hauptamtliche Bibliothekare an öffentlichen Büchereien in kirchlicher Trägerschaft an. Diese Arbeit wird fortgesetzt.

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