„Lauter, immer lauter?“ ist das Motto der Veranstaltungen, die am 4. September starten Auftakt der Deutsch-Israelischen Literaturtage in Berlin

„Lauter, immer lauter? Das sind nicht nur die Anderen. Wir müssen auch laut sein, um für Demokratie und die Veränderbarkeit der Verhältnisse zum Besseren einzustehen. Kann Literatur helfen, die offensichtlichen Polarisierungen des Wahlvolkes in Brandenburg und Sachsen zu überbrücken? Ich sage ja. Genaues Hinsehen, schreiben, lesen, zuhören, reden, streiten, das ist ein Angebot, dem Lautsein Paroli zu bieten. Wir glauben an das Wort,“ sagt Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung anlässlich der Eröffnung der Deutsch-Israelischen Literaturtage am 4. September um 20 Uhr im Deutschen Theater in Berlin.

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts betont: „Kultur ist immer auch Auseinandersetzung. Die muss geführt werden, mit Argumenten und Offenheit. Es darf keine Tabuisierung der Gedankenfreiheit geben. Literatur als kritischer Denkraum wird so selbst zum Gegenstand politischer Interventionen. Genau dieser Anforderung stellen sich die Deutsch-Israelischen Literaturtage, durch Blick und Gegenblick, durch Selbstbefragung und durch Diskurs.“

Acht Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Israel und Österreich setzen sich bei den diesjährigen Deutsch-Israelischen Literaturtagen am 4. und 8. September in Berlin mit den Themen Populismus und Polarisierungen auseinander – und nehmen dabei die Wahlen in ihren Ländern in den Blick. „Lauter, immer lauter?“ ist das Motto der Veranstaltungen mit Dov Alfon, Friedrich Ani, Sami Berdugo, Maayan Ben Hagai, Franzobel, Dilek Güngör, Mati Shemoelof und Tijan Sila.

Nach den eröffnenden Reden durch Ellen Ueberschär und Klaus-Dieter Lehmann sprechen am 4. September Sami Berdugo, eine der wichtigen literarischen Stimmen in Israel, und der österreichische Autor Franzobel mit Shelly Kupferberg über die Spaltung ihrer Gesellschaften. Sami Berdugo stellt seinen bislang noch nicht ins Deutsche übersetzten Roman An Ongoing Tale Upon Land vor, ein literarischer, persönlicher Streifzug durch das heutige Israel. Franzobel liest aus seinem Buch Rechtswalzer, das im Januar 2019 erschienen ist.

Am 8. September finden in der Heinrich-Böll-Stiftung ab 12 Uhr Veranstaltungen mit Dov Alfon, Friedrich Ani, Maayan Ben Hagai, Dilek Güngör, Mati Shemoelof und Tijan Sila statt. Sie diskutieren über die Zukunft Europas, die Rückkehr des Nationalismus und Fake News.

Die Lesungen und Gespräche finden in deutscher und hebräischer Sprache mit Simultanübersetzung statt. Die Veranstaltung am 8. September wird auch als Livestream übertragen

Die Deutsch-Israelischen Literaturtage 2019 sind eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung und des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin. Medienpartner sind die Berliner Zeitung, rbbKultur, AVIVA-Berlin und das Spitz Magazine Berlin.

 

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