Verlage Aufruf zum fünften Wettbewerb Schaufenster Hessen

Acht Verlage hatten gestern Nachmittag Buchhändler nach Frankfurt ins Haus des Buches eingeladen, um ihre Novitäten zum Thema Hessen vorzustellen. 26 Buchhändler hatten sich dafür angemeldet, fast alle waren trotz eines Streiks der U-Bahn- und Straßenbahnfahrer gekommen.

Sewastos Sampsounis, Luca Müller, Lisa Helmholz, Karina Lotz, Annette Sievers, Axel Dielmann, Simon Marshall und Christina Henrich-Kalveram

„An der fünften Auflage des Wettbewerbs Schaufensters Hessen beteiligen sich zwei Verlage mehr“, bemerkte Mit-Organisatorin Annette Sievers, Peter Meyer Verlag, und stellte die Kollegen aus den Editionshäusern vor: Sewastos Sampsounis vom Größenwahn Verlag; Karina Lotz von der Edition Federleicht; Axel Dielmann vom gleichnamigen Verlag, Christina Henrich-Kalveram von Henrich Editionen; Luca Müller vom Lauinger Verlag; Lisa Helmholz vom Societäts Verlag und Simon Marshall vom Verlagshaus Römerweg.

Teilnehmen könne jeder Verlag, der Mitglied des Börsenvereins ist und ein neues Buch zum weit gespannten Thema Hessen veröffentlicht hat. Der Verlag müsse seinen Sitz nicht unbedingt in diesem Bundesland haben, erklärte Sievers.

„Wir haben eine neue Website zum Wettbewerb entwickelt“, erläuterte Axel Dielmann und verwies auf schaufenster-hessen.de. Dazu gäbe es auch einen wiederbelebten Facebook-Auftritt.

Die Buchhändler sind nun aufgefordert, aus den acht Novitäten sowie, wenn gewollt, vier Büchern von der Backlist der Verlage einen Thementisch oder ein Schaufenster zu gestalten und zu fotografieren und diese Bilder einzuschicken.

Ariane Wick, Moderatorin beim Hessischen Rundfunk, fragte zunächst Annette Sievers nach dem Ziel der Initiative Schaufenster Hessen. „Wir als kleine Verlage wollten mit unseren Büchern in die Buchhandlungen und suchten nach Möglichkeiten, die beiden Seiten Gewinn bringen“, antwortete Sievers.

Den Novitätenreigen eröffnete die Moderatorin im Gespräch mit Autor Mathias Scherer über den Krimi Erstlingswerk, erschienen in der Edition Federleicht. „Ich wollte etwas für meine Heimatstadt tun“, begründete Scherer das Büchlein, das in Wiesbaden spielt, Mord und Informationen über besondere Orte verbindet und die Reihe K eröffnet – Midi-Bücher im Innentaschenformat.

Axel Dielmann präsentierte Die Grafen Matuschka von Greiffenclau von Stefan Kraus und Lisa Keilhofer – das größte Buch im Wettbewerb. Es enthält 1000 Jahre Familiengeschichte des Geschlechts, das in Hessen vor allem mit dem Schloss Vollrads verbunden ist, und gewährt viele Einblicke in die deutsche Geschichte.

Die Kleine Geschichte der Stadt Darmstadt hat Marion Mink verfasst, das Buch wurde im Lauinger Verlag publiziert und ist Teil einer Reihe. „Ich war bei der Recherche überrascht, wie politisch mächtig Darmstadt einmal war“, bekannte die Autorin.

Bereits die zweite Auflage im Peter Meyer Verlag erreichten Die beliebtesten Wanderwege der Hessen, beschrieben von Annette Sievers in Zusammenarbeit mit dem Hessen-Fernsehen. 30 abwechslungsreiche und erprobte Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade listet der Wanderführer auf.

Im Größenwahn Verlag kam die Novelle Die Liebenden von Wiesbaden von Susanne Konrad heraus. „Der enorme Altersunterschied von 21 Jahren macht den Liebenden zu schaffen“, äußerte Verleger Sewastos Sampsounis. Das Buch sei nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern liefere auch Anregungen für Spaziergänge.

Die Geschichte Hessens, erschienen im Verlagshaus Römerweg, geschrieben von den bekannten Autoren Heiner Boehnke und Hans Sarkowicz, stellte Simon Marshall im Gespräch mit Ariane Wick vor. „In Hessen gibt es die meisten Kurorte mit Mineralquellen – wer weiß das schon?“, sagte Marshall. Das Buch sei eine unterhaltsame und lebendige Zeitreise von den Neandertalern bis zur schwarz-grünen Koalition.

Bereits von Kindern getestet wurde Das schnuggelische ABC von Bettina Tenge-Lyazami und mit Illustrationen von Leonore Poth, erschienen in den Henrich Editionen. „Es ist ein Buch zum Vorlesen und macht Spaß auf Sprache“, äußerte die Autorin.

Zum Abschluss stellte René Heinen, Societäts Verlag, das Buch 100 x Frankfurt von Jan Gerchow und Nina Gorgus vor. Es erzähle anhand von 100 besonderen Objekten der Sammlung des Historischen Museums Frankfurt Stadtgeschichte auf besonders spannende Weise.

Axel Dielmann ging zum Schluss der Präsentation nochmals auf den Wettbewerb ein. In einer Umfrage unter den bisherigen Preisträgern kam heraus, dass Buchhändler mindestens acht bis zwölf Mal im Jahr ihre Schaufenster neu gestalten, manche dekorieren sogar alle 14 Tage neu.

Lesungen seien ein wesentliches Wettbewerbsinstrument der Buchhandlungen. „Wir haben in den vier Jahren des Wettbewerbs dazugelernt und müssen die Kommunikation zwischen Verlagen und Buchhändlern weiter verbessern“, sagte Dielmann.

Gerade Hessen stehe mit einer großen Verlags- und Buchhhandlungsdichte weit vorn. In diesem Bundesland werde deutschlandweit das meiste Geld pro Kopf für Bücher – nämlich 158 Euro pro Jahr – ausgegeben, ergänzte Ariane Wick.

Sewastos Sampsounis bot seine Hilfe beim Dekorieren an: „Ich komme gerne zu ihnen in die Buchhandlung und mache mit!“

Annette Sievers macht auf besondere Konditionen aufmerksam: Die teilnehmenden Verlage gewähren 45 Prozent Rabatt und 90 Tage Valuta auf Bestellungen bis zum 28. Mai 2018. Zudem wolle man trotz vier verschiedener Auslieferungen die Auslieferung in diesem Fall bündeln. Jede Buchhandlung erhielt zum Abschluss der Veranstaltung, die in einem gemütlichen Beisammensein ausklang, einen Rucksack mit den acht Novitäten, Verlagsprogrammen und Wettbewerbsinformationen.

Bis zum 28. Mai ist auch Zeit, um die Fotos per Mail an schaufensterhessen@petermeyerverlag.de zu schicken. Zu gewinnen gibt es einen kostenfreien Eintritt zur Jahrestagung der IG Regionalia am 4. Juni 2018. Jeder Wettbewerbsteilnehmer erhält zudem einen Rabatt bei den Teilnahmegebühren der Tagung.

JF

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