Die Keynote hielt der preisgekrönte Comiczeichner Reinhard Kleist 4. Carlsen Creative Campus: Zeit für persönlichen Austausch

Mehr als 150 Autoren, Illustratoren, Zeichner, Grafiker und Übersetzer sowie Mitarbeiter des Carlsen Verlages trafen sich gestern im Hamburger Verlagsgebäude zum vierten Carlsen Creative Campus. Unter dem Motto publish together ermöglichte Carlsen seinen kreativen Partnern einen Blick hinter die Verlagskulissen und bot verschiedene Workshops, Seminare und Vorträge an. Besonders wichtig war den Organisatoren „zusammenzukommen und den Raum und die Zeit für persönlichen und direkten Austausch zu schaffen“, sagt Nicole Boske aus dem CCC-Team. Zu diesem Zweck gab es Gesprächsrunden, in denen sich Verlagsmitarbeiter aus dem Vertrieb, dem Marketing, der Presse, dem Lektorat, der Rechts- und Lizenzabteilung und dem Business Development in einer Art Speed-Dating vorstellten und den Kreativen Rede und Antwort standen. Darüber hinaus lieferten Vorträge und Workshops zu so verschiedenen Themen wie Bühnenpräsenz, Amazon als Handelspartner, Storyboard-Zeichnung, Bilderbuchdramaturgie oder Plot-Entwicklung inspirierenden Input.

Teilnehmer des 4. Carlsen Creative Campus

Die Keynote hielt der preisgekrönte Comiczeichner Reinhard Kleist, für einen humorigen Ausklang sorgte Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos, der im Januar mit dem deutschen Kabarett-Preis ausgezeichnet wurde. Reinhard Kleist erzählte in seiner Eingangsrede unter dem Titel „Vom Glück sein Werk zu teilen“, wie er vor 30 Jahren mit dem Comiczeichnen begann und berichtete in einer Foto-gestützten Präsentation von seinen anfänglichen Schwierigkeiten, in der Comic-Branche Fuß zu fassen. Denn zu Kleists Anfangszeiten hatten sich der Begriff „Graphic Novel“ und Comics für Erwachsene noch nicht in Deutschland etabliert. Erst 2006 landete Kleist mit seiner grafischen Biografie CASH – I see a darkness seinen ersten großen Erfolg. Später folgten weitere zahlreiche Auszeichnungen und preisgekrönte Bücher von ihm. Mit seiner jüngsten Graphic Novel Nick Cave – Mercy on me gelang ihm eine einzigartige Erzählung über den Ausnahmekünstler Nick Cave, mit der er es sogar auf die Titelseite des Rolling Stone geschafft hat. Mit fesselnden Bildern drückt Reinhard Kleist hier abermals seine Leidenschaft zur Musik aus. Diese Leidenschaft und der heimliche Wunsch selbst einmal Rockstar zu werden, brachten ihn dazu, diese zwei Disziplinen zusammenzubringen. Reinhard Kleist zeichnet live auf Musikkonzerten und reiste im letzten Jahr mit diesem Konzept um die ganze Welt. Die Begeisterung des Publikums auf seine zur Musik entstehenden Live-Bilder beflügeln den Künstler jedes Mal. Die direkte Reaktion des Publikums auf seine Bilder, die ein Zeichner in seinem Atelier oder am heimischen Schreibtisch selten erlebt, gibt neuen Antrieb und das Gefühl, das Richtige zu tun, so der Künstler.

Zum Schluss rief der Comiczeichner sein Publikum dazu auf, sich mit ihm auszutauschen und neue Ideen zu spinnen. Er riet dazu, verschiedene Disziplinen zusammenzudenken und über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.