Eröffnung mit „Weltklang – Nacht der Poesie“ 20. poesiefestival berlin vom 14. bis zum 20. Juni in der Akademie der Künste

Am Freitag, 14. Juni startet das 20. poesiefestival berlin in der Akademie der Künste. Im Haus am Hanseatenweg werden bis zum 20. Juni 150 Künstlerinnen und Künstler aus 25 Ländern erwartet. Unter dem Motto „Endlich Zeit für Sprache“ verbindet das Festival Poesie mit Kunst, Theater, Performance, Musik, Film und digitalen Medien.

Zum Auftakt findet am Freitag wieder die Veranstaltung „Weltklang – Nacht der Poesie“ statt. Yugen Blakrok, Patrizia Cavalli, Anja Golob, Rainer René Mueller, Eileen Myles, Marion Poschmann, Fatemeh Shams, Keston Sutherland und Xi Chuan lesen im Original, sodass man das Gedicht als Konzert in Sprachen und Klängen erlebt. Exklusiv zur Veranstaltung erscheint eine Anthologie mit den deutschen Übersetzungen zum Mit- und Nachlesen.

Das Festival betrachte Grenzen nicht im Sinne von Abgrenzung, sondern als Ort der Begegnung, so Festivalleiter Dr. Thomas Wohlfahrt. „Migration verschafft völlig neuen Reichtum, zum Beispiel indem sich Begriffe in die Sprache schieben“, sagt er. „Das ist über das Denglisch bekannt, aber diese Prozesse gehen natürlich auch ins Arabische, ins Türkische, überallhin wie auch umgekehrt. Das heißt, Festungen und Mauern hochziehen zu wollen, ist von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Nicht nur Kapital operiert global, sondern auch Sprache. Weil sie Kommunikationsmittel ist zwischen Menschen, nimmt sie im Eigenen auf, was spannend am Anderen ist.“

Zu den Höhepunkten zählt die „Lyrikline Late Night. Poetry Show” (SA | 15.6. | 22 Uhr), eine Geburtstagsparty für das Online-Lyrik-Archiv lyrikline.org. Seit 20 Jahren fängt die Website Stimmen der zeitgenössischen Dichterinnen und Dichter weltweit ein. Der von Marie Kaiser und Ryan Van Winkle moderierte Abend verspricht Dichtung von Daniel Falb, Cia Rinne und Tom Van de Voorde sowie Musik von Maxi Pongratz.

Das „Forum: Hate, Fake, Rage. Über Vertrauensverlust, Diskursvergiftung und poetischen Widerstand(SO | 16.6. | 11 Uhr) verhandelt Fragen um Fake News, populistische Propaganda, Wut- und Hassbotschaften im öffentlichen Diskurs. Was sind die Ursachen für diese Entwicklungen? Wie lässt sich Widerstand aus dem poetischen Sprechen heraus leisten? Als prominentester Redner auf dem Podium wird der italienische Philosoph Giorgio Agamben sprechen.

Der traditionelle Lyrikmarkt (SO | 16.6. | 14 – 19 Uhr) präsentiert 40 Lyrik verlegende Verlage und Zeitschriften, flankiert von Open-Air Lesungen im Buchengarten und einem Programm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Berliner Rede zur Poesie  (SO | 16.6. | 19.30 Uhr) hält in diesem Jahr Sergio Raimondi. „Probleme beim Schreiben einer Ode an den Pazifischen Ozean“ hat er seine Rede überschrieben. Darin geht er auf Adornos Forderung nach einer Poesie auf der Höhe des Kapitalismus ein.

Beim Übersetzungsworkshop „Nahost trifft Europa“ (SO | 16.6. | 21 Uhr) übersetzten sich syrische und deutsche Dichterinnen und Dichter gegenseitig. Der Abend präsentiert die Ergebnisse in einer zweisprachigen Lesung.

Das 20. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und des Auswärtigen Amts, mit freundlicher Unterstützung durch Maritim proArte Hotel Berlin. Präsentiert von taz, BÜCHERmagazin, tip Berlin, ASK HELMUT und Deutschlandfunk Kultur.

Programm unter www.haus-fuer-poesie.org

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