„Unser Konzept der Vielfalt ist auch dieses Jahr aufgegangen“ 160.000 Besucher bei der 59. Münchner Bücherschau

Novitäten-Präsentation auf der 59. Münchner Bücherschau

Am vergangenen Sonntag schloss die 59. Münchner Bücherschau ihre Pforten, die 20.000 Neuerscheinungen aus rund 300 Verlagen zeigte und dazu ein großes Rahmenprogramm bot. „Unser Konzept der Vielfalt ist auch dieses Jahr aufgegangen“, so Dr. Klaus Beckschulte, Geschäftsführer des Landesverbandes Bayern des Börsenvereins. „Die Impulse für das Weihnachtgeschäft sind im Münchner Buchhandel und im Umland angekommen. Die Münchner Bücherschau hat Strahlkraft.“

Wieder rund 160.000 Besucherinnen und Besucher insgesamt konnten laut Veranstalter im Gasteig gezählt werden, davon kamen rund 5.500 zu den Erwachsenenveranstaltungen und 7.500 zum Kinder- und Familienprogramm. Letzteres erfreute sich ungebrochener Beliebtheit, waren doch alle Lesungen komplett ausgebucht. Und den gelungenen Auftakt bildete die vielbesuchte Vernissage am ersten Samstag zu der Sonderausstellung „Augen ZU? Augen AUF! Die Nacht im Bilderbuch“, geplant und zusammengestellt von Christine Knödler. Sehr gut besucht waren wie jedes Jahr die wochentäglichen Gesprächstermine auf dem Bayern 2-Diwan.

Edith Offermanns Ruf, der Kuratorin des Kinder- und Familienprogramms, folgen die Stars der Kinder-und Jugendbuchszene gerne. So konnte sie 2018 Kirsten Boie, Jonathan Stroud, Margit Auer, Timo Parvela, Ralph Caspers und Max von Thun in den Gasteig holen. „Das Kinder – und Jugendprogramm war in diesem Jahr ein ausgesprochener Publikumsmagnet: Publikumsliebling Jonathan Stroud signierte mit britischem Charme stundenlang, Margit Auer präsentierte das heiß ersehnte, druckfrische neue Abenteuer der Schule der magischen Tiere. Stars wie Timo Parvela, Max von Thun (mit großer Fangemeinde im Publikum), Kirsten Boie und Ralph Caspers sorgten für ausverkaufte Säle. Und das Literarische Jugendquartett erbrachte den eindrücklichen Beweis, dass Jugendliche ein absolut ernst zu nehmendes Publikum sind, immer auf der Suche nach besonderen Geschichten.“

Sternstunde im Erwachsenenprogramm: Im ausgebuchten Carl-Orff-Saal begeisterte der Wissenschafts-Kabarettist Helmut Lesch die 600 Zuschauerinnen und Zuschauer. Kurator Dr. Thomas Kraft zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit der guten Resonanz und resümiert kurz und bündig: „Dörte Hansen im Gespräch mit Thomas Grasberger – Nord trifft Süd – hat wunderbar gepasst, einfühlsam und kurzweilig. Gut gelaunt auf der großen Bühne auch Miroslav Nemec, Rainer Maria Schießler, Alex Capus und Amelie Fried. Spannende Abende mit Jo Nesbø und Jeffrey Archer. Gut kam der Humor von Adolf Muschg an, politisch wurden die Abende mit Almudena Grandes, Wolfgang Kraushaar und Gretchen Dutschke und charmante Werbung fürs Buch und fürs Lesen machten Felicitas von Lovenberg und Petra Hartlieb. Informativ der Abend mit Bas Kast und immer ein besonderes Erlebnis: die Auftritte von Andreas Fröhlich.“

Eines der wichtigsten Anliegen der Münchner Bücherschau ist die Leseförderung. An den Wochentagen finden morgens jeweils zwei Schulklassen- oder Kindergartenlesungen statt, – in diesem Jahr u.a. mit Sabine Ludwig, Valija Zinck und Salah Naoura – dazu die Lesereise, dieses Jahr unter dem Motto „Spannung ohne Ende: Bis an die Grenzen gehen“ Sowie das bunte Werkstattprogramm von Kultur & Spielraum. Insgesamt nahmen daran 3104 Kinder und Jugendliche teil.

„Kinder im Grundschulalter und darüber hinaus haben ein weit ausdifferenzierteres subjektives Verhältnis zur Schriftästhetik als man ihnen zutraut!“, sagt Margit Maschek, die wieder das Mitmach- und Aktionsprogramm von Kultur & Spielraum gestaltet hat. „ Das zeigte sich bereits in der Ausstellung „Typo & Text – Nachrichten von Kindern und Jugendlichen“, die auf der Aktionsfläche der Münchner Bücherschau im 2. Stock zu sehen war. Mehr noch in der gleichnamigen Werkstatt, in der die Kinder eine ungebrochene Gestaltungslust zu Tage brachten. Über 50 neue Schrifttypen sind entstanden, die als Stempelsatz und digtial archiviert und den nächsten Kindern zum Arbeiten zur Verfügung gestellt wurden. Ein Junge nannte seinen selbstgezeichneten Schriftsatz „Unlust“ –  Buchstaben, die aus dem Rahmen fielen, in sich zusammensackten oder recht wackelig auf den „Beinen“ standen. Auch die „Wurmschrift“ wurde neu erfunden und gezeichnet, eine „Geisterschrift“, Schriften aus Staniolpapier und Pappen oder als Cutout auf dem Sieb.“

Die nächsten Bücherschau-Termine stehen fest: Vom 16. bis 24. März 2019 findet im Münchner Stadtmuseum die 13. Münchner Bücherschau junior statt – und das zehnte Literaturfest München mit der Münchner Bücherschau, die vom 14. November bis 1. Dezember 2019 ihren 60. Geburtstag feiert.

Das Literaturfest München wird veranstaltet vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. und dem Literaturhaus München in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie PwC und dem British Council. Medienpartner sind Bayern 2 und Capriccio.

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