Dani Landolf heute im Sonntagsgespräch über die Schweizer Kampagne für den Buchhandel unter dem Claim "Sag’s mit einem Buch" „Wir wollen ein starkes öffentliches Zeichen für die Buchbranche setzen“

Dani Landolf: „Ziel der Kampagne ist es, Bücher ins rechte Licht zu rücken, sie verstärkt ins Gespräch zu bringen und zum Besuch von Buchhandlungen anzuregen“

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV  hat in dieser Woche gemeinsam mit den Buchhandlungen und Verlagen der Deutschschweiz eine Kampagne für den Buchhandel unter dem Claim „Sag’s mit einem Buch“ gestartet. Das war Anlass für Fragen an Dani Landolf, den Geschäftsführer des SBVV:

Solch eine großangelegte Kampagne haben Sie in der Schweiz noch nie gemacht, wenn ich das recht sehe?
Dani Landolf:  Ja, solange ich mich jedenfalls erinnern kann aus der jüngeren Verbandsgeschichte ist es das wirklich erste Mal, dass der SBVV zusammen mit den Mitgliedern eine professionelle Image-Kampagne für den Buchhandel lanciert. Aus dem Buchhandel ist eine solche Aktion aber schon lange erhofft worden.
Aber jetzt war die Zeit war reif … 
… und günstig, Ziel der Kampagne ist es, Bücher ins rechte Licht zu rücken, sie verstärkt ins Gespräch zu bringen und zum Besuch von Buchhandlungen anzuregen. Wir können und wolle damit ein starkes öffentliches Zeichen für die Buchbranche setzen, die trotz Digitalisierung, Euro-Schwäche und Strukturwandel im Detailhandel sehr vital ist, sich stabilisiert und neu aufgestellt hat.
Musteranzeige aus der Kampagne

Wie wollen Sie Sie das schaffen?

Möglich geworden ist die Konzeption der Kampagne dank persönlicher Beziehungen des SBVV-Präsidenten Thomas Kramer zu den beiden Schweizer Werber-„Oldstars“ Martin Spillmann und Peter Felser. Wir konnten die beiden, zusammen mit ihrem Team von Serviceplan Schweiz dafür gewinnen, zu stark reduzierten Bedingungen bei der Kreation einer professionellen Buchhandels-Kampagne mitzuhelfen. Nur so können wir eine so grosse Kampagne stemmen, die immerhin auf zwei Jahre ausgelegt ist.
Was ist denn so alles geplant?
Sie setzt auch auf auf Kanäle ausserhalb des Buchhandels, auf öffentlichen Plakataushang und Kinodias beispielsweise. Die zwei Jahre bieten viele Entwicklungsmöglichkeiten: Nach dieser ersten Welle folgen weitere Aktionen, bspw. «Sag’s mit einem Buch»- Speeddatings, Social-Media-Aktivitäten, etc.
Wie ist gelungen, ihre Mitstreiter zusammen zu bringen? 
Die Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Buchhandel, Verlagen und dem Zwischenbuchhandel war rasch zusammen. Erfreulich dabei: Es sind alle grossen Buchhandlungen, aber auch die Kleinen dabei, wie auch die Schweizer Auslieferer. Nicht ganz so einfach war und ist es, die Verlage – insbesondere die Fachverlage – für eine Kampagne zu gewinnen, von denen sie à priori nichts haben. Ich bin aber überzeugt, dass jede Aktion, die das Lesen, das Buch und das Lesen sowie den Buchhandel propagiert, mittelfristig auch den Verlagen etwas bringt.
Was sind Ihre Argumente und Ziele?
Der SBVV will mit der «Sag’s mit einem Buch»-Kampagne ein starkes öffentliches Zeichen für die Schweizer Buchbranche setzen, die trotz Digitalisierung, Euro-Schwäche und Strukturwandel im Detailhandel sehr vital ist, sich umsatzmässig stabilisiert und in den letzten Jahren neu aufgestellt hat (Umstrukturierungen, zahlreiche Neueröffnungen von wunderbaren, attraktiven und schönen Buchhandlungen). Ziel der Kampagne ist es, Bücher ins rechte Licht zu rücken, sie verstärkt ins Gespräch zu bringen und zum Besuch von Buchhandlungen anzuregen.
Und Ihre Hoffnung jetzt?
Dass die Branche gemeinsam was auf die Beine stellt, das in der Öffentlichkeit sichtbar wird. Wir wollen dem medialen Narrativ von der Buchbranche im Untergang etwas entgegensetzen. Aktuell ist ja vielerorts über die Krise des Buchhandels zu lesen und zu hören. Wir wollen nicht in das Klagelied einstimmen – im Gegenteil! Zumal die negativen Artikel zu einem Zeitpunkt kommen, an dem sich die Lage des Buchhandels in der Schweiz nach zehn Jahren mit heftigem Umsatzrückgang und vielen Unternehmensschliessungen zu stabilisieren scheint – gerade auch im Vergleich zu andern Medienbranchen (Musik, Film, Zeitungen, TV): So verzeichnet der SBVV seit vielen Jahren wieder mehr neue Buchhandelsmitglieder als Abgänge.
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz
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