Kaffeehaussitzers Netzrückblick Fundstücke aus den Literaturblogs – Januar 2019

Uwe Kalkowski

Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und es wieder Zeit, die Fundstücke vorzustellen, die beim Flanieren durch die Welt der Literaturblogs zusammengekommen sind. Im Literaturbetrieb war der Januar geprägt von der Debatte um den Roman „Stella“ von Takis Würger. Dies spiegelt sich auch in den Literaturblogs wider, weshalb ich mit diesem Thema beginne und einige lesenswerte Texte herausgesucht habe.

Arndt Stroscher gleicht in seinem Blog Astrolibrium die Lektüre von „Stella“ mit der Lektüre von Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ ab, beschreibt seine ambivalenten Gefühle dabei und zeigt auf, welche Brüche bei „Stella“ hätten vermieden werden können. Aber er erklärt auch, was ihm an Takis Würgers Buch beeindruckt hat.

Im Blog Wortgelüste bespricht Lena Stöneberg „Stella“ ausführlich. Nach einer lesenswerten Analyse des Romans fällt ihr Resümee ernüchternd aus. Auf Poesierausch äußert sich Stefan Diezman ebenfalls enttäuscht über das Buch und ist der Meinung, dass der Autor viel Potential verschenkt hat.

Auf Binge Reading & More bietet Sabine Delorme eine gut kommentierte und interessante Zusammenfassung des bisherigen Diskussionsverlaufs. Und Tobias Nazemi wendet sich in seinem buchrevier mit einem seiner Leserbriefe direkt an Takis Würger.

Seit Anfang des Jahres ist Kerstin Gleba die neue Verlegerin des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch. Im Blog Bücheratlas gibt es ein ausführliches Interview mit ihr.

„Deutscher Krimipreis 2019 – und wie Männer über Literatur von Frauen schreiben“– so heißt ein Beitrag im Blog crimenoir, den ich sehr empfehle. Genau wie die beiden darin vorgestellten Bücher.

Sonja Hampel schreibt in ihrem Blog Buchweiser über das Wegwerfen von Büchern, ein Thema das immer wieder polarisiert: Vor über vier Jahren gab es auf Kaffeehaussitzer einen ähnlichen Beitrag und er wird immer noch kommentiert.

Von den vielen gelesenen Buchbesprechungen mochte ich zwei besonders gerne. Auf Sätze & Schätze schreibt Birgit Böllinger über „Tage ohne Ende“ von Sebastian Barry. Danach wusste ich , dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Und Constanze Matthes würdigt auf Zeichen & Zeiten ausführlich Steffen Menschings episches Werk „Schermanns Augen“.

Mehr Expressionismus wagen: Unter diesem Motto startet Julian Zündorf in seinem Blog Lector in fabula ein Döblin-Leseprojekt. Daniela Brose gibt auf Brösels Bücherregal vier Tipps für mehr Lesezeit. Und einen sehr spannenden Beitrag habe ich im Blog von Sören Heim entdeckt: „Warum sind die Weasleys ‚arm‘? – Gedanken zu Gesellschaft und ‚Ökonomie‘ von Harry Potter.“

Zum Schluss möchte ich noch einen Blog vorstellen, den ich für mich neu entdeckt habe: Mit Ankes Blog – Bücher und Geschichten aus Skandinavien ist Anke Strunz gerade dabei, eine wunderbare Fundgrube für alle Liebhaber skandinavischer Literatur zu schaffen, übersichtlich nach den einzelnen Ländern geordnet.

Das war es mal wieder. In einem Monat kann man sagen, dass die Leipziger Buchmesse vor der Türe steht. Aber jetzt noch nicht, jetzt heißt es erst einmal, den grauen Februar zu überstehen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel winterliche Lesezeit.

Uwe Kalkowski ist seit 25 Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus unterschiedlichen Perspektiven: Als Buchhändler in großen und winzigen Buchhandlungen, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Marketingmensch in verschiedenen Fachverlagen; seit 2009 ist er Marketingleiter des RWS Verlags in Köln. Als Kaffeehaussitzer bloggt er über Bücher, Literatur und Leseerlebnisse. In der Kolumne Kaffeehaussitzers Netzrückblick gibt er hier auf buchmarkt.de regelmäßig eine Übersicht über lesenswerte Fundstücke aus den Literaturblogs. „Vollkommen subjektiv, handverlesen und rein persönlich ausgewählt ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn eine solche kann es in einer so vielschichtigen Szene gar nicht geben“, wie er sagt.

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