Kaffeehaussitzers Netzrückblick Fundstücke aus den Literaturblogs – April 2020

 

Buchbesprechungen sind das Herzstück jedes Literaturblogs. Hier im Netzrückblick stehen aber vor allem jene Texte im Vordergrund, die sich mit größeren Zusammenhängen beschäftigen; seien es literarische, gesellschaftliche oder politische Themen. Das ist in der April-Kolumne diesmal anders. Viele Bücher der Frühjahrsprogramme haben es in der Corona-Krise schwer, die Aufmerksamkeit zu erhalten, die sie verdient hätten. Daher empfehle ich heute ausschließlich Rezensionen die mir beim Stöbern in den unterschiedlichsten Literaturblogs aufgefallen sind.

Auf buchrevier bespricht Tobias Nazemi auf eine wunderbar persönliche Weise „Stern 111“ von Lutz Seiler. Und der Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch findet eine schon fast hymnische Lobpreisung. Weshalb ich mir das Buch umgehend gekauft habe.

Auf bleisatz stellt Bettina Schnerr das Buch „Im Unterland“ von Robert Macfarlane vor und es klingt nach einer beeindruckenden Lektüre.

„Mein Name ist Monster“ von Katie Hale findet auf Bookster HRO eine sehr lobende Erwähnung – die mich als Dystopieliebhaber sofort neugierig gemacht hat.

„Ein gelungenes Plädoyer für Freiheit und für den Mut, andere Meinungen auszuhalten“ – so lautet das Fazit der Buchbesprechung von Jeremy Tiangs Roman „Das Gewicht der Zeit“ im Blog Bücherkaffee.

Der Roman „Eisfuchs“ von Tanya Tagaq ist mir in mehreren Blogs begegnet. Stellvertretend sei hier die Besprechung von Mareike Fallwickl in ihrem Bücherwurmloch genannt.

Marius Müller feiert auf Buch-Haltung die Wiederentdeckung des grandiosen Romans „The Street“ von Ann Petry.

Der April stand im Blog Das graue Sofa ganz im Zeiten des Reisens; vielleicht gerade weil es zur Zeit physisch nicht möglich ist. Vorgestellt werden die Bücher „Nach vorn, nach Süden“ von Sarah Jäger, „Das Paradies meines Nachbarn“ von Nava Ebrahimi und „Über alte Wege“ von Mathijs Deen.

Eine lesenswerte Besprechung von Emma Braslavskys „Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten“ gibt es im Blog Female Writers Club.

Lena Ries beschäftigt sich in ihrem gleichnamigen Blog mit der Hölderlin-Biographie von Rüdiger Safranski – ein Beitrag, der nach einer intensiven Lektüre klingt.

Auf littafin stellt Eileen Schüler Franziska Hausers Roman „Die Glasschwestern“ vor.

Im Blog Literaturpalast wurde ich auf „Märchen aus meinem Luftschutzkeller“ von Oleksij Tschupa aufmerksam – ein Buch, das mir sonst komplett entgangen wäre.

Ein großartige Besprechung des Romans „Milchmann“ von Anna Burns ist im Blog LiteraturReich zu finden. Petra Reich schreibt so intensiv über das Buch, das man es unbedingt sofort lesen möchte.

„Ein Lied für die Vermissten“ von Pierre Jarawan ist eines meiner Lesehighlights der letzten Monate. Jacqueline Masuck findet auf masuko13 die passenden Worte für dieses Buch.

Auf Kaffeehaussitzer stelle ich „Der Empfänger“ von Ulla Lenze vor; ein Roman der mich sehr beeindruckt hat und dem ich viele Leser wünsche.

Constanze Matthes empfiehlt auf Zeichen & Zeiten den wunderbaren Pageturner „Die Frau in der Themse“ von Steven Price. Und auf Sätze & Schätze stellt Birgit Böllinger „Die Villa“ von Hans-Joachim Schädlich vor.

Damit endet der Blogbummel für diesen Monat – und natürlich ist es nur ein winziger Bruchteil aller Buchvorstellungen und Rezensionen, die durch die Literaturblogs Monat für Monat veröffentlicht werden. Eine riesige Fundgrube an Literaturempfehlungen, die durch die aktuelle Situation wichtiger sind als je zuvor.

Kommen Sie alle gut durch diese Zeit.

Uwe Kalkowski ist seit über 25 Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus unterschiedlichen Perspektiven: Als Buchhändler, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Mitarbeiter verschiedener Verlage. Seit August 2019 arbeitet er als Produktmanager für den Eichborn Verlag. In seinem Blog Kaffeehaussitzer schreibt er über Bücher, Literatur und Leseerlebnisse und stellt in der monatlichen Kolumne »Kaffeehaussitzers Netzrückblick« auf buchmarkt.de lesenswerte Fundstücke aus den unterschiedlichsten Literaturblogs vor. „Vollkommen subjektiv, handverlesen und rein persönlich ausgewählt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn eine solche kann es in einer so vielschichtigen Szene gar nicht geben“, wie er sagt.

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