Beckmann kommtiert Eine Frage, auf die es leider (noch) keine Antwort gibt: Wie hoch sind eigentlich Amazons aktuelle Umsatzeinbußen beim Verkauf von Büchern in Deutschland?

Dass der stationäre Buchhandel in Deutschland erstarkt, hören wir nun schon seit anderthalb Jahren. Laut dem Branchenmonitor Buch des Börsenvereins hat er seit Frühsommer 2013 höhere Wachstumsraten als Warenhaus. Bahnhofsbuchhandel und E-Commerce bzw. nach langen Jahren eines zunehmend kleineren Stücks vom Kuchen nimmt sein Anteil am Gesamtumsatz über Vertriebswege wieder kontinuierlich zu.

Das ist eine erfreuliche Botschaft, die man da sehr wohl hört, „allein, mir fehlt der Glaube“, ist zumindest in meinem Umkreis immer wieder mal lauter, mal leiser zu vernehmen. Und weil die Stationären sich schon auf Grund einer schier unaufhaltsamen Steigerung im Online- Verkauf von Büchern bei Amazon bedroht sahen, kommt da nun als erstes auch unentwegt die Frage auf: Wie steht es denn mit der einschlägigen Umsatzentwicklung des Online-Molochs aus Seattle?

Zu dieser – für viele Sortimenter noch immer bange – Frage, die für die ganze Branche von hoher strategischer Bedeutung ist, gibt der Branchenmonitor Buch des Börsenvereins keine Auskunft. Es war ziemlich dumm von mir, in Frankfurt gezielt nachzuhaken; denn – natürlich – über einzelne Marktteilnehmer kann so eine Statistik dort ja kein Wissen enthalten bzw. keine Mitteilung machen. (Ist für den Börsenverein ja rein statistisch auch egal, wie eine Einzelfirma wie Amazon auf dem Buchmarkt steht, oder?)

Freunde im Buchhandel und in den Verlagen hätten es trotzdem gern und möglichst genau gewusst – nicht aus purer Neugier, sondern weil sie solches Wissen für ihr auf Zukunft ausgerichtetes Denken und Planen als hilfreich, wenn nicht gar als notwendig erachten.

Wo immer ich nachfragte, war man sich allgemein recht sicher: Die öffentliche Aufklärung, die seit etwa zwei Jahren grelles Licht ins Dunkel um Amazon – und in die finsteren Machenschaften vor allem globaler IT- Konzerne aus den USA überhaupt – geworfen hat und noch immer wirft, hat offenbar für den klassischen Buchmarkt positive Auswirkungen gezeitigt. Genaueres ist allerdings so gut wie nirgends greifbar.

Man reagiert interessiert, aber auch erstaunt, dass Reinhold Joppich erklärt, bei Kiepenheuer & Witsch seien die Verkäufe von gedruckten Büchern über Amazon seit 2012 um die Hälfte zurückgegangen. So stark setzt man das Absacken in keinem anderen mir bekannten Verlag ein, so genau weiß es jedoch auch sonst keiner – da ist dann höchstens, immerhin, von „einem spürbaren Rückgang des Buchumsatzes mit Amazon“ die Rede.

Sie haben zu diesem Punkt aber – alle miteinand‘ – eine zuverlässige Erkundung gewünscht. Nicht zuletzt als Checkpunkt zur Überprüfung anderer „Fakten“ und „Statements“ zum deutschen Buchmarkt, der – nach Meinung vieler Aktiver – in einem unguten Dämmerlicht liegt.

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