Der Messe-Mayer Der Messe-Mayer Frankfurt 2019: Tag 6 von 6

 

Sonntag: Abschlussbericht

 

Liebe Freunde,

 

sechs Tage Messe, das hört sich aber gelinde gesagt wirklich auch übertrieben an. Und für diejenigen, die tatsächlich erst am Montag abreisen, kommen da auch locker sieben oder acht Tage Messe zusammen.

Und wie gesagt, in Boos darf man das erst gar nicht zählen. Dennoch: Die 2019er Herbstmesse wäre damit gemeistert.

Oft ist es eine Frage des Glücks, was man verpasst oder worüber man förmlich stolpert. Den Friedenspreisgewinner Salgado habe ich leider völlig verpasst, aber dafür ziemlich viel Nobelpreistokarczukglück gehabt. Und so hat ein Jeder und eine Jede eben seine und ihre Messe.

Besucherzahlenrekord am Samstag: Auch darauf kann ich gerne verzichten. Am Samstag war es hier so voll, dass mehr Menschen in der Messe waren als draußen. Frankfurt war wie ausgestorben, während das schlangestehende Menschenfleisch eins wurde mit Rucksack und Verzweiflung.

 

Und dann passiert halt sowas.

 

 

Gastland Norwegen: Ich hatte auffallend wenig Kontakt zum Land, zu den Büchern, zum Essen und zu den Leuten. Und dabei fing alles so gut an, bis hin zu meiner Einladung nach Norwegen.

Allein, es kam von meiner Seite aus nicht dazu, und das schämte mich. Das Gastland Norwegen war also dieses Jahr für mich ein wenig wie eine ehemalige Gebliebte, der ich nicht in die Augen schauen kann.

Mit Kanada will ich das 2020 ganz anders machen. Sofern Norwegen mir also noch eine zweite Chance gibt und mir einen Kanada-Aufenthalt spendiert, könnte das unser Verhältnis auch im Nachhinein noch entlasten.

 

Und das wird mein Abschlusstag: Ich habe ein Interview mit einem Waldschrat anzubieten, muss eine Stunde Standdienst beim BuchMarkt ableisten, zeige Ihnen meine CosPlay-Fotos und krieche eigentlich seit Betreten des Geländes systematisch in Richtung Ausgang, nur eben extrem langsam und häufig unterbrochen.

Und natürlich muss ich meine Restefotos abarbeiten.

Das sind Fotos, die ich bisher nicht brauchte, oder die zu schlecht waren für die Tage Dienstag bis Samstag, während sie am allerletzten Messetag plötzlich einen Bewertungswechsel erfahren und auf magische Weise brauchbar, liebenswert und originell geworden sind.

 

Optisches Spiel mit dem Abgrund:

Straßenkunst auf der Agora

 

Dieses hier ist leider nur verwackelt, aber ansonsten in Haltung und Gesicht einwandfrei. Es zeigt Julia Graff vom Verlagspreisgewinner Hädecke, wie sie immer noch nicht aufhören kann, sich zu freuen:

 

Und zwar völlig verdient. Herzlichen Glückwunsch!

 

Das hier kommt von Peggy Sasse:

Am Stand von Zweitausendeins trinke ich eine Tasse fettfreie, zimmerwarme Milch und bin nicht beeindruckt.

 

Maren Ongsiek schickte mir dieses Bild vom Stämpfli-Verlag, weil die Sportart „Hornussen“ hinreichend interessant ist für meine Kolumne:

 

Das bezweifle ich, aber ich kann Stämpfli nichts abschlagen.

 

 

Veit Hoffmann schickte mir dieses Selfie, auf das die telefonkonferierende Maren Ongsiek geraten ist

 

 

 

Und hier ein Bild, das mich aus großer Entfernung zeigt, während ich nichts von dieser Beobachtung ahne.

 

 

Das ist mir ein wenig zu Hitchcock

 

Da zeige ich Ihnen lieber, was ich selber alles knipsen konnte am letzten Tage.

 

Knipsen am letzten Tage

 

Tanja Steinlechner, Marita Wolff und Ede Wolf

 

 

Peter Schilling als Gast beim Tessloff-Verlag

 

 

Die Unvergleichliche: Ursula Poznanski

 

Sehr schöne Begegnung: Weil ich niemals die Halle der wissenschaftlichen Fachverlage besuche, ist Halle 4.2 im Messe-Mayer quasi unsichtbar. Wenn überhaupt, dann mache ich mal ein Witzchen darüber, wie gut sich Halle 4.2 für eine Pause eignet.

Deshalb suchte William Sassmann, der Sales Manager des Wissenschaftsbereiches der Buchmesse, meinen Kontakt. Und dann suchten wir beide unsere Visitenkarten. In der Hocke, mit den Taschen auf dem Boden. Und dann habe ich versprochen, dass wir nächstes Jahr ein Special im Messe-Mayer machen, das sich Halle 4.2 widmet.

 

William Sassmann: Sozusagen die Maren Ongsiek des Plasmastrahls.

 

Und dann gelang es mir noch, den Verleger, Feinschmecker und Eurotrotter Lojze Wieser bei einer Radiosendung aus dem Konzept zu bringen: Ich hatte meine Öhrchen noch auf, wir hatten Blickkontakt, und er fing an zu lachen. Alles auf Sendung!

 

Leute zum Lachen bringen, während es gerade ungünstig ist: Mehr wollte ich doch gar nicht vom Leben!

 

Bei Edition Michael Fischer erwische ich Thorsten Schröder, wie er gerade völlig natürlich und ungekünstelt dasitzt. Der Journalist hat bei EMF ein Buch über sein völlig irrsinniges Hobby herausgebracht.

 

Genau, Triathlon. Und dann so unschuldig gucken.

 

 

 

Ira Zeitzen und jemand, dessen Name mir entfallen war

 

 

 

CosPlay: Kein Aufreger mehr

Tatsächlich gibt es immer noch Leute, die eine Buchmesse besuchen, zum allerersten Mal einen CosPlayer sehen und von da ab ein Rätsel mit sich herumtragen. Man will die jungen, extremtextilen Menschen auch nicht gerne ansprechen, weil man sich einfach keine schlüssige, vorstellbare Antwort vorstellen kann auf die Frage: Was machen Sie da eigentlich?

Weil ich aber Öhrchen habe, bin ich zwar eindeutig der Mangawelt zuzuordnen, aber weil ich ansonsten menschlich wirke, wecke ich auch Vertrauen und Neugierde.

Viele fragen mich direkt: „Sie wissen das doch bestimmt. Wieso tragen so viele Leute solche Kostüme?“ Meistens gebe ich dann eine sehr lange Antwort, die in meine eigene Biographie mündet und mit dieser Geschichte endet.

Aber seien wir ehrlich: CosPlay heißt Leipziger Buchmesse. In Frankfurt ist CosPlay nur noch eine Ecke und kein Event mehr.

Ans linke Ende von Halle 4.0 hat man die CosPlayer gelegt, quasi hinterm Geschenkpapier. Das ist nun keine ganz schreckliche Gegend, aber es ist halt ein wenig versteckt für einen Hot Spot, der die Jugend anziehen soll.

 

Das ist die eine Ecke.

 

 

Und das die andere.

 

 

 

Mit diesem Geschöpf habe ich viel zu lange geflirtet, wahrscheinlich weil meine Öhrchen mich genderqueer machen.

 

Der Krampus war auch da! Was habe ich mich gefreut!

 

Den Krampus mochte ich schon immer, quasi die alpensteinharte Version vom Knecht Ruprecht

 

Aber am anderen Ende der Stilpalette aller Weihnachtsmannderivate finden wir:

 

Den Grinch.

 

Das ist übrigens die Bande, die mich eingangs zerfleischt hat.

 

Und so ein Zerfleischefoto habe ich mir tatsächlich schon lange gewünscht.

 

Dem CosPlayer ist die Pose genauso wichtig wie die Details am Kostüm, die Maskenleistung oder die Requisiten. Manche wollen auch nicht außerhalb ihrer Pose fotografiert werden, da muss man schon aufpassen.

Aber der Satz „Thanos verlässt Halle 4“ ist in sich viel besser als jede gemessene Pose!

 

Niedlichstes Kostüm:

 

Disneys Zauberlehrling

 

 

Mein letztes Interview der Messe: Wolf-Dieter Storl

Es ist noch nicht lange her, da war Storls Bart bekannter als sein Name, und wer ihn sah, wusste gleich: Ach, das ist der bärtige Öko-Opa. Oder: Ach, das sind die Pflanzenbücher von diesem bärtigen Öko-Opa.

AT und andere druckten seine Werke, aber Gräfe und Unzer etablierte ihn als Marke am Markt, und wahrscheinlich gibt es kaum etwas, das Storl gleichgültiger wäre.

Und das schlimmste: Wenn er vor Dir sitzt, verliert das Schmähwort „Öko-Opa“ sofort jede Spitze. Es schmäht ihn gar nicht. Weil er einfach wirklich so ein Öko-Opa ist und offen für alles, was da kommt.

Auch sein neuestes Buch ist bei Gräfe & Unzer erschienen. Es behandelt das Thema Wald auf alle Arten, die Wohlleben vergessen hat, also auch biographisch, mythologisch, historisch und literarisch.

 

 

 

BuchMarkt: Herr Storl, Sie schreiben ja schon länger Bücher, aber mittlerweile sind Sie eine bekannte Marke.

Wolf-Dieter Storl: Vielleicht sind es die Früchte des Karmas.

Schreiben Sie gerne?

Ich schreibe mit viel Begeisterung. Schreiben ist für mich eine Meditation. Ich schreibe auch nicht nach Auftrag. Ich schreibe einfach, was fließt.

Könnte es sein, dass die Leute heute dringender nach Antworten jenseits des Tellerrandes suchen?

Die Leute heutzutage sind seelisch sehr verhungert. Das schien mir anders, als ich angefangen habe, Bücher zu schreiben. Vieles, was in den Medien geboten wird, ist eigentlich Junk-Food. Die Menschen sehnen sich nach etwas Starkem, Besonderen. Und das findet man in der Natur. Ich schöpfe auch meine Ideen aus Wald und Natur.

Muss man den Wald für Konsumenten heute neu erfinden? Was früher als Spazierengehen selbstverständlich war, muss heute Waldbaden heißen.

Das Wort Waldbaden hat eben einen Klang, den man spirituell aufladen kann, den man auch naturwissenschaftlich auflanden kann. Das Waldbaden ist für moderne Menschen interessant, weil es den Effekt quantifiziert. Man kann den Blutdruck messen, die Abwehrzellen nehmen zu, und das ist das, was Menschen heute wollen.

Nicht nur Wald, sondern das ganze Paket.

Genau. Aber unsere Eltern und Großeltern haben das auch schon gemacht. Die haben nur nichts nachgemessen. Bei den Großeltern hieß es jeden Sonntag Spazierengehen.

Was macht der Wald mit uns?

Wir sind Geschöpfe des Waldes. Wir sind kulturell vom Wald geprägt. Jede Kultur ist eigentlich von der umgebenden Natur geprägt. Physiologisch sind wir Primaten, deren Fähigkeiten und Eigenschaften sich in den frühen Wäldern des Tertiärs ausgebildet haben. Man kann den Deutschen nicht vom Wald trennen.

Kann man denn den Deutschen noch tiefer in den Wald stecken?

Vielleicht war das mal so, als Goethe und Schiller wandelten. Die sind ja nicht spazieren gegangen, sie sind gewandelt. Sie sind sinnend und aufnehmend durch den Wald gegangen. Das ist Teil unseres kulturellen Erbes: den romantischen Wald im Herzen zu tragen.

Kennen Sie das auch anders?

Ich habe das ganz anders in Amerika erlebt. Da wird die Natur als feindliches Gebiet betrachtet, dass bezwungen werden muss. Die Natur ist etwas, da geht man im Herbst bewaffnet rein. Und wer nicht jagen geht, geht hiken. Das ist Sport, das ist Maschieren, das ist auch wieder eine Art von Bezwingen. Es ist jedenfalls keine Kontemplation.

Eher ein Kolonialisierungstrieb, der durch Bewegung abreagiert wird.

(lacht) Es ist sehr gut, dass wir wieder zum Wald finden. Wir finden unsere psychischen und physiologischen Wurzeln und wir sind eingebettet in unsere kulturellen Traditionen. Das ist für jede Gesellschaft wichtig.

Warum?

Der Wald liefert die Bilder, mit denen wir denken und fühlen.

Ist es ein gutes Zeichen oder eine bedenkliche Entkopplung, dass man Birkenwasser inzwischen im Supermarkt kaufen kann?

(lacht) Ich habe da nichts dagegen. Vielleicht ist das dann ein Tor zur echten Birke.

Haben Sie Der Herr der Ringe gelesen?

Vor Jahren, als ich in Amerika lebte.

Werden Sie oft gefragt, ob die Baumwesen Resonanz bei Ihnen fanden?

Nein, das hat mich noch niemand gefragt.

Dann will ich das jetzt wissen: Wie haben Ihnen die Ents gefallen?

Toll, toll, ich mochte das. Aber ich mag die alten Märchen und Sagen noch viel mehr.

Aber ist der Wald dort nicht immer ein Ort der Angst?

Ein Ort der Transformation.

Sind Sie selber eher ein Zwerg oder ein Troll?

Ein Troll bin ich nicht. Aber ich habe ein gutes Verhältnis zu den Zwergen. Das muss man auch haben, wenn man mit Kräutern und Natur zu tun hat. Die Zwerge erscheinen in der Mythologie zwar mürrisch und streitlustig, aber sie sind Träger von Wissen.

 

Sehen Sie, Dora Heldt, da wäre bei mir noch sehr viel Spielraum gewesen.

 

 

Meine Stunde Messestanddienst

Was einst in der Not geboren wurde, weil einmal jemand einspringen musste, ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition: Bei all meinen Abenteuern will ich auf jeder Messe auch eine Stunde Standdienst bei meinem Muttermagazin BuchMarkt übernehmen.

 

Und beim Teutates, das werde ich tun.

 

Das ist nun am letzten Messetag keine Herkulesaufgabe, weil nur noch Flaneure und völlig Ahnungslose in den Hallen sind, und ich komme ein wenig zur Zwangsruhe, weil ich eine Stunde lang am selben Ort bleiben muss.

Also verteile ich Getränke, schnauze Flaneure und Ahnungslose an, dass ich keine Aufmerksamkeit wolle und halte den Stand für die letzten Minuten seiner Messe in Schuss.

 

Und deswegen kommt man doch schließlich auf die Messe, oder? Wegen der guten Beratung!

 

Sonntags sind die meisten Verlagsleiter nicht mehr hier, aber der 360 Grad Verlag schlägt so gut ein, dass Harald Kiesel ebenfalls am Sonntag hier einschlägt.

Ich will fast sagen: Harald Kiesel ist der Daniel Kampa des Kinderbuchs.

 

Kann man denn nicht mal eine einzige verdammte Minute lang in Ruhe seine Arbeit tun?

 

Apropos Daniel Kampa: Daniel Kampa, der Daniel Kampa des Daniel-Kampa-Verlages, hat seinen Stand direkt neben uns übern Gang. Und das hat mehrere Vorteile.

 

Nobelpreisträgerinnenfotos sind einer davon, aber die hatten wir schon.

 

Zum Beispiel können Anica Jonas und ich endlich mal vollhochprofessionell als Vertrieb und Handel zusammenarbeiten, indem ich lecker Kampa für meinen Buchladen bestelle.

 

Denn mein Laden hat Stil, und Ihr habt die heiße Kampaware.

 

Zweitens, man trifft junge, erfolgreiche, unabhängige Kleinverleger unter sich: Auch Peter Deisingers Verlagsperle Zweitausendeins findet man in Herrn Mayers Buchladen.

Falls ich nicht schon darauf hingewiesen habe.

 

Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass ich selber endlich ebenfalls mein Kampafoto kriege, in der vorletzten Stunde des letzten Tages der Messe.

Währenddessen plündern Jugendliche hinter mir den alleingelassenen BuchMarkt-Stand. Egal!

 

Alles, was wir nicht wieder mit heim nehmen müssen, verbessert unseren ökologischen Fußabdruck. (Das habe ich heute jedem hinterher gerufen, der nichts von uns wollte.)

Schön, dass auch Mätzchenwart und Zeugsachenmeister Markus Fertig vom MVB nochmal vorbeischaut. Wir schaffen es nicht, auf jeweils einem Foto die gleiche Emotion auszudrücken.

Und wir können eh schon nur zwei.

 

 

Und die aber nicht gleichzeitig.

 

 

Damit eine letzte Messestunde sich wirklich anfühlt wie das Kneipenviertel bei Nacht, ist es nötig, dass Holger Ehling noch herumsitzt und keine Eile mehr hat.

 

Hier mit Roland Leonhardt (laut Roland Leonhardt)

 

 

Und hier mit – tja, ich kann’s nicht erkennen hinter dem Dampf.

 

Ach, ich schreibe einfach nochmal Roland Leonhardt.

 

Das war natürlich Alban Nicolai Herbst.

 

Und damit endet mein Standdienst für dieses Jahr, aber ich freue mich schon auf Leipzig 2020.

 

Auf Wiedersehen, Droemer.

Auf dem Rausweg verabschiede ich mich noch von Droemer Knaur, weil ich Durst habe und völlig messeerschöpft bin. Ich nehme das klassische Koffeinhydratgedeck zu mir, ein heißer Espresso mit Zucker und dann eine kalte Cola mit Zucker. Heute trinke ich beides getrennt.

Ich muss nochmal auf ein Foto zum Moderator Volker Stephan, weil das gestrige Foto unscharf war und ich zweitens beim ersten Mal schon Herrn Stephans Visitenkarte verloren habe.

Zur Strafe muss ich diese Beichte vermessemayern, sagt Volker Stephan.

 

Zur Strafe poste ich von Ihnen ein blödes Foto, sagt der Messe-Mayer.

 

Aber ich spüre jetzt schon, dass hier eine unverwüstliche Hassliebe geboren wurde.

Wer von uns beiden hatte denn nun das Koffeinhydratgedeck?

 

Ganz anders Markus Heitz: Die Ruhe selbst.

Was immer er hatte: Ich will es auch. (Foto vom Samstag.)

 

 

Sebastian Fitzek dankte mir persönlich für die Warteschlangensatire.

…bevor er mich dann verhaften ließ.

 

 

Zu Gast am Stand: Annett Brandt und Klaus Kluge (nebeneinander), Geschäftsführerin und Vorstand bei Bastei Lübbe. Die Anwesenheit der Lübbe-Chefetage, während ich mit Droemer shakere, erwischt mich auf dem Fuß, der noch übrig war, nachdem Norwegen bereits wie eine Geliebte ist, der ich nicht in die Augen sehe.

Denn ich hatte lange kein Lübbe-Interview.

 

…Leipzig?

(Und das ist auch ein gutes Stichwort, um den Abschied einzuleiten.)

 

Zum Geleit

Ich habe vergessen, auf Waverly hinzuweisen. Das ist ein ganz winziger Verlag, aber seine Quilt-Notizbücher sind im vergangenen Jahr endlich in den deutschen Vertrieb gelangt; zweitens hat er ein Buch mit Whisky-Anekdoten im Programm, und drittens findet man dort auch die Karte der schottischen Whiskydestillen.

 

Und die hat Waverly nämlich gestern zum Tasting mitgebracht.

 

Und ich hab’s noch gar nicht erwähnt.

 

Ich habe all jene nicht erwähnt, die ich nicht besuchen konnte: Meine Odenwälder Rindswurst blieb diesmal genauso auf der Strecke wie das gesamte Norwegenmenü von Matthias Seuring.

Ich habe nicht Ultramar besucht und den Weltrekordversuch von Ravensburger verpasst, aber falls es Sie tröstet – ich habe auch die offizielle Buchmessetasse des Gastlandes Norwegen nicht abholen können – so vieles, das auf der Strecke bleibt auf jede Messe.

Ich schreibe das nicht, um es zu beweinen, nein. Ich erwähne es nur zum Trost und zur Aufwartung aller, für die ich gerne noch eine weitere Messe drangehängt hätte.

 

Ich habe aber drei Tage lang von Fish & Chips gelebt, weil ich völlig vernarrt bin in dieses britische Standard Dish.

 

Und auch nicht zu verachten ist mein täglicher Fish-&-Chips-Platz: Auf einem Stein sitzend im Grünstreifen hinter der Fressmeile mit Blick auf die Agora vor Halle 3.

 

Kulinarisch war das sicher meine friedlichste Messe seit langem.

 

Ich danke allen, die mir geholfen haben; wie immer den helfenden Verlagen, die mir quer durch alle Hallen immer mit einem Getränk, einem Kugelschreiber, einem Fitzek oder einer Kumquat aushelfen, natürlich KiWi, dtv, GU und Piper für die schönen Interviewmöglichkeiten!

(Von Droemer Knaur haben wir ja nun wirklich genug gesprochen.)

Ich danke meiner Jiminy Grille Maren Ongsiek, dass Sie in ihrer Funktion als Vertreterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels immer für mich da ist, egal ob ich ein Sortimenter, ein Journalist, ein Whisky-Gastgeber oder einfach nur ein sehr hilfloser Mann bin.

Ich danke dem Magazin BuchMarkt, dass es wie ein Scharnier, ein Brennglas und eine Buschtrommel in unserer Branche wirkt und werkt und dass ich dabei mitmachen darf.

Ich danke Dora Heldt für die Auszeit im Strandkorb und einiges mehr.

 

Nina George wacht über mich.

 

 

 

Nein, Forrest Schlau, hier kommt keine S-Bahn.

 

 

Ich wünsche Ihnen gute Erholung und ein hervorragendes Weihnachtsgeschäft.

Wir sehen uns in Leipzig 2020.

Danke fürs Anklicken,
Ihr und Euer
Matthias Mayer

 

herrmayer@hotmail.com

 

Norwegens beste Edvards, Teil 6 von 6:

Edvard Bengtson, Gastlandteam Norwegen

 

 

Hahaha, damit haben Sie nicht gerechnet, was?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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