Gastland-Experte Matthias Mayer bringt uns die Franzosen und ihre Kultur näher Wie gut kennen Sie unsere französischen Nachbarn?

Messegastland Frankreich: Mehr als 500 neu übersetzte Titel aus der französischsprachigen Welt verspricht der diesjährige  Buchmessen-Gastlandauftritt Francfort en Francais. Doch abgesehen davon haben unsere französischen Nachbarn eine Menge mehr zu bieten: Matthias Mayer liefert im aktuellen September-BuchMarkt ein kleines aber feines Lexikon über Wichtiges und Unwichtiges zum Gastland (mit gewohntem Witz versteht sich).  Hier ein paar Leckerbissen:

Accent

Zentralistische Schikanemaßnahme zur Verhinderung des korrekten Erwerbs der französischen Sprache im Ausland. Überall kommen die hin, mal nach óben, mal nach ùnten, und mal völlig gágà als Dâch, aber keiner weiß warum.  Wenn wir unseren Ä-,Ö-und Ü-Pünktchen Himmelsrichtungen gäben, wäre es nicht unerträglicher.

Dort bitte kein N

Camembert. Gelatine. Wenn ich noch ein einziges Mal „Camenbert“ oder „Gelantine“ höre oder lese, raste ich aus.

 

Eiffel, Gustave

Stahlbauarbeiter, der das Treppengeländer der Freiheitsstatue zusammengeschweißt hat. Es gab mal einen Goofy-Comic über Gustave Eiffel. Der Turm des zufällig gleichen Namens hat nichts mit ihm zu tun und ist speziell fürs Kino mehrfach in Paris verteilt, damit man ihn von jedem Fenster aus sehen kann.

Fantômas

Französischer Superschurke der alten Schule, bekannt aus Literatur und Kino. F. trägt immer eine F.-Maske. Er sieht aus wie das Kind von Yul Brunner und einer Badekappe, ist gesegnet mit den Make-Up-Fähigkeiten einer Berufstranse und dem Ego eines Elfjährigen. Also eine besonders gefällige Charaktermischung. Schutzpatron des Zentralismus.

Küche

Französisches Essen muss immer mit dem Buchstaben C beginnen: Camembert, Canapés, Champagner, Coq au Vin, Crepes, Croissant, Calbsbries, Chaisebourger, Cuhmilch, Cnutella. Ist das nicht der Fall, wird es meistens von einer heimischen Ratte zubereitet und Ratatouille genannt. Buillon (eigentlich Bulljong), Frösche und Schnecken fangen nicht mit C an, aber die sind ja nun wirklich auch kein Essen. Die sogenannte Haute Cuisine ist nur ein High-End-Anscheinkonzept zur Imagepflege im Ausland, das in Wahrheit weder Nutzen noch Funktion hat, so ähnlich wie italienische Opern, deutsche Goethe-Institute, österreichische Nationalparteien oder britisches Wetter.

Alle weiteren Phänomene gibt’s ab Seite 32

 

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.