Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Eine „teure Fiktion von Vergangenheit“

Umgeblättert heute: Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Wir wissen, was du letzten Sommer getan hast“: Richard Russo ist „ein Meister der Kurzgeschichte“, wie vor allem „Stimme“, eine von vier in diesem Band versammelten Erzählungen, beweist. In ihr lässt Russo „ein durchaus realistisches Ereignis so meisterhaft ins Groteske kippen, dass man Angst bekommt.“
    Richard Russo, Immergleiche Wege (DuMont)
  • „Zeichen einer späten, kunstgerecht atmenden Glut“: „Verse gegen Gerede“ in diesem neuen Gedichtband, der „auf Sprachpolitik hinaus“ will.
    Reiner Kunze, die stunde mit dir selbst (S. Fischer)
  • „Das Private ließ ihn politisch hoffen“: Heute vor 150 Jahren wurde Theodor Wolff geboren. Bei Wallstein erscheint ein Band mit Tagebucheinträgen, die er für seinen kleinen Sohn verfasst hat.
    Theodor Wolff, Es ist im Grunde eine schöne Zeit. Vater-Tagebuch 1906-1913 (Wallstein)

  • „Orientiert am Menschen, an seinem Maßstab, seinen Sinnen“: Vittorio Magnago Lampugnani setzt seine Beschäftigung mit der Gestaltung städtischer Räume und dem Modell der „Europäischen Stadt“ in mehreren Büchern fort.
    Vittorio Magnago Lampugnani, Die Stadt von der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert. Urbane Entwürfe in Europa und Nordamerika (Wagenbach)
    Vittorio Magnago Lampugnani, Rainer Schützeichel (Hg.), Stadt als Raumentwurf. Theorien und Projekte im Städtebau seit dem Ende des 19. Jahrhunderts (Deutscher Kunstverlag)
    Vittorio Magnago Lampugnani, Katrin Albrecht, Helene Bihlmaier, Lukas Zurfluh (Hg.), Manuale zum Städtebau. Die Systematisierung des Wissens von der Stadt 1870-1950 (DOM Publishers)
    Vittorio Magnago Lampugnani, Harald R. Stühlinger, Markus Tubbesing (Hg.), Atlas zum Städtebau (Band 1: Plätze, Band 2: Straßen) (Hirmer Verlag)
  • „Zwei Länder, zwei Leben“: Maryam Madjidi verbindet in ihrem preisgekrönten Debüt „die Tradition des französischen Romans mit Elementen persischer Lyrik – fein ins Deutsche übersetzt von Julia Schoch“.
    Maryam Madjidi, Du springst, ich falle (Blumenbar)

  • „Radikal pluralistisch“: Giovanni Pico lud mit seinen Neunhundert Thesen die Gelehrten Europas nach Rom. „Es lohnt sich, Pico della Mirandola, der alles und alle las, wieder zu lesen. Sein Werk ist ein radikales Plädoyer für Vielfalt und Pluralismus im philosophischen und religiösen Denken. Eine Lehre, die wir gegenwärtig nötig haben.“
    Giovanni Pico della Mirandola, Neunhundert Thesen. Lateinisch-Deutsch (Felix-Meiner-Verlag)
  • „Luxus des Gebrauchten“: Der Steidl-Verlag macht aus den Bildbänden von Jakob Tuggener eine „teure Fiktion von Vergangenheit“. Die auf 1.000 Exemplare limitierte, zwölfbändige Werkauswahl (Preis: 700 Euro) kommt samt DVD in einer handgefertigten Holzkiste. Das Besondere daran ist aber, dass der Verlag den faksimilierten Büchern die „Gebrauchsspuren und Patina“ der Vorlagen verpasst, „die Tuggener während der letzten 26 Jahre seines Lebens im Souterrain (…) verwahrte“. Also: „Flecken und Kratzer hier, abgestoßene Ecken und vergilbtes Leinen dort – alles reproduziert.“
    Jakob Tuggener, Bücher und Filme (Steidl Verlag)
  • „Dinosaurier aus der Betonfraktion“: „Gedankenreiche Begriffstutzigkeit“ – „Schon nach wenigen Seiten ist entschieden, dass sich in diesem Roman der Freudlosigkeit nicht weiter ereignen wird.“
    Eberhard Rathgeb, Karl oder Der letzte Kommunist (Hanser)
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