Literaturpreise Robert Macfarlane in Hannover mit NDR Kultur Sachbuchpreis geehrt

Verleihung des NDR Kultur Sachbuchpreises am 20. November 2019 im Schloss in Hannover

 

Bei einer Gala auf Schloss Herrenhausen in Hannover hat der britische Autor Robert Macfarlane heut, den NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 erhalten. den.NDR Kultur seit 2009 verleiht. Der  Preis eichnet das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch des Jahres aus und ist mit 15.000 Euro dotiert.

Robert Macfarlane wurde er für seine Natur- und Landschaftsschilderung „Im Unterland. Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde“ geehrt.  Gastrednerin war die Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin Aleida Assmann. NDR Kultur Moderator Ulrich Kühn führte durch den Abend.

„Robert Macfarlanes ‚Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde‘ wird zuletzt zur großen Metapher für die Kraft des Sachbuchs selbst: Wer intensiv recherchiert und forscht, wer sich nicht damit begnügt, was spektakulär ins Auge fällt – dessen Blick weitet, verändert sich. Vertiefte Anschauungen rücken auch das scheinbar Offensichtliche in ein anderes Licht. Gute Sachbücher lenken den Blick auf Unbemerktes, auf das, was im Tagesgespräch übersehen bleibt“, sagte der Jury-Vorsitzende und NDR Programmdirektor Hörfunk, Joachim Knuth, in seiner Begrüßungsrede. „Sich neuen Betrachtungswinkeln anvertrauen: Dieser Gedanke leitet uns beim NDR Kultur Sachbuchpreis.“

Auch Aleida Assmann griff in ihrem Impuls die Entwicklung von Perspektiven auf und schloss mit den Worten: „Alles auf der Welt erkennen wir inzwischen als different, divers und vielfältig, nur eines nicht: unseren Planeten, von dem wir eben nur einen haben. Diesen Singular sollten wir bei aller Liebe zum Plural nicht vergessen!“

In ihrer Laudatio sagte die Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Regula Venske, die Lektüre des Buches habe ihr die Sprache verschlagen. „Nature Writing stellt für Robert Macfarlane kein romantisierendes Schreiben über eine als gegeben vorausgesetzte, quasi unschuldige ‚Natur‘ dar. Ihn interessieren die ‚Beziehungen zwischen Landschaften und dem Inneren des Menschen‘, zwischen dem, was wir Natur nennen, und menschlicher Kultur und Geschichte“, so Regula Venske. „‘Im Unterland‘ ist auf eine unaufdringliche, fast beiläufige Weise ein eminent politisches Buch, ein aufklärerisches Werk, das uns unsere Verantwortung vor Augen führt.“

„Bücher können eine enorme Macht entfalten, indem sie auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss nehmen. An ‚Im Unterland‘ habe ich fast sieben Jahre geschrieben – und dies stets mit Blick auf die Zukunft getan“, sagte Robert Macfarlane im Rahmen der Verleihung.

Während der Gala zeichnete darüber hinaus die VolkswagenStiftung die junge Medizinerin Annika Hardt für ihr Werk „Technikfolgenabschätzung des CRISPR/CAS-Systems. Über die Anwendung in der menschlichen Keimbahn“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis „Opus Primum“ aus.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Saxofonistin Asya Fateyeva und der Pianist Stepan Simonian.

Mehr Infos  unter NDR.de/ndrkultur.

 

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