Heute in der WELT: „Drittel-Gesellschaft“ – über den Niedergang der Lesekultur

Wieland Freund teilt heute in der WELT harten Toback aus: „Wenige Tage nach einer Buchmesse und sechs Monate vor der nächsten machen sich die Kommentatoren auf die Suche nach Eigenschaftswörtern. Für die Leipziger Buchmesse fanden sie diese: ‚erholt‘ sei die Branche, ‚zufrieden‘, ‚gut gelaunt‘ und ‚rüstig‘. Kaum anders allerdings würde man ein Rentnerparadies beschreiben, und das ist das Problem.“

Und er beschreibt den Grund seines Unmuts: „Denn eine kleine, nicht weiter beachtete Meldung sollte den blauen Himmel über Leipzig und den Wetterbericht für die Messe im herbstlichen Frankfurt eigentlich in stürmische Unruhe versetzen. Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendbuchverlage teilt nämlich mit: Nur jedes dritte Kleinkind in Deutschland hat im vergangenen Jahr ein neues Bilderbuch bekommen. Und die Stiftung Lesen macht bekannt: Nur in jeder dritten Familie mit Kindern unter zehn Jahren wird noch vorgelesen. Wer angesichts dieser Zahlen in der Branche zur Zeit gute Laune hat, muß es allein mit dem Tagesgeschäft und der Bilanz von gestern halten. Das ist ökonomisch kurzsichtig und – viel schlimmer – sozial unverantwortlich.“

Weiterlesen: http://www.welt.de/data/2005/03/30/618952.html

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