Heute in der WELT: Bei Unselds bald allein zu Haus

Uwe Wittstock und Elmar Krekeler haben sich heute in der WELT die Personalie Rainer Weiss [mehr…] genauer angesehen: „Die Erklärung war kurz, das Beben, das sie nach sich zieht, wird sehr viel länger anhalten. Rainer Weiss verläßt den Suhrkamp Verlag. Seit mehr als zwanzig Jahren war Weiss in entscheidenden Positionen für das Frankfurter Bücherhaus tätig: als Lektor für die deutschsprachige Literatur, als Leiter des Theaterverlags, als Pressesprecher, als Programmdirektor und in jüngster Zeit als Programmgeschäftsführer im Kreis der persönlich haftenden Suhrkamp-Gesellschafter.“

„In einem Interview mit dem Branchenmagazin “Buchmarkt” relativierte [mehr…] Weiss inzwischen die Verlagsangabe, er sei auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Er habe zwar tatsächlich gekündigt, allerdings habe er nicht gesehen, wie er seinen noch für zweieinhalb Jahre gültigen Vertrag mit Suhrkamp “so erfüllen (könne), wie es mit den Gesellschaftern der Verlage vereinbart und mir vertraglich zu gesichert war.”

„Mit der Demissionierung von Weiss hat die seit Jahren schwelende Krise des Suhrkamp-Verlags, der lange als das wichtigste Bücherhaus der bundesdeutschen Literatur galt, einen neuen Höhepunkt gefunden“, folgern die beiden Autoren.

„Man kann die fortgesetzten Turbulenzen in dem ehemals so bedeutenden Verlag nicht ohne Bedauern sehen. Nicht nur, daß ausgezeichnete Lektoren wie Thorsten Ahrend (zum Göttinger Wallstein-Verlag) nicht eben in Freundschaft von Suhrkamp schieden. Auch die Liste der Autoren, die das seit Jahren mit innere Konflikten beschäftigte Haus verließen, wird immer länger: Der Nobelpreisträger Imre Kertész, den Unseld zu Suhrkamp geholt hatte, verließ den Verlag rasch wieder. Mit Martin Walser ging einer der bekanntesten und einträglichsten Autoren zu Rowohlt. Den gleichen Weg wählte Daniel Kehlmann, dessen neuer Roman “Die Vermessung der Welt” bei Rowohlt zu einem sensationellen internationalen Erfolg wurde. Zudem wechselten in den vergangenen Jahren unter anderem Ernst Augustin (zu C. H. Beck), Bodo Kirchhoff (zu Joachim Unselds Frankfurter Verlagsanstalt), Marlene Streeruwitz (zu S. Fischer), Thomas Hettche (zu DuMont) und Silke Scheuermann (zu Schöffling) den Verlag.“

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