BuchMarkt-Chefreporter Gerhard Beckmann in der „WELT“: „Deutschland hat immer noch keinen großen Literaturpreis, der die Leute zum Lesen animiert“

Auf der „Debattenseite“ der „WELT“ beklagt BuchMarkt-Chefreporter Gerhard Beckmann das Fehlen eines großen Literaturpreises in Deutschland, der die Leute zum Lesen animiert wie etwa der Premio Strega in Italien, in Frankreich der Prix Goncourt, in Großbritannien der Man Booker Prize und in den Vereinigten Staaten die National Book Awards oder der Pulitzer. „Worin besteht das Geheimnis ihres Erfolges? Sie machen Bücher zu einem öffentlichen Ereignis und inszenieren um sie herum ein Fest, von dem ein beachtlicher Teil der Bevölkerung sich anstecken lässt und an dem viele teilhaben wollen und können – durch Lesen. Die Preisverleiher halten sich an die Maxime, dass man dem Volk geben muss, was das Volk will: panem et circenses, hier also: libros et circences. Dieser Aspekt tritt besonders eindrücklich bei den Engländern mit ihrer notorischen Wettleidenschaft zu Tage. Da werden auf den Man Booker Prize natürlich Wetten abgeschlossen. Die Nominierungen, der Auswahlprozess der Jury und die Preisverleihung werden zum wochenlangen, mit Spannung beobachteten Spektakel und Vergnügen. Andere Länder, andere Sitten. Der deutsche Kulturbetrieb versteht sich eher als heiliger Bezirk, der gegen die Vulgarismen des plebs die Schotten dicht machen zu müssen glaubt.“

Zum Artikel: http://www.welt.de/data/2003/12/24/215200.html

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