Jetzt kommt das Hamburger Abendblatt mit Literaturedition

Dirk Rumberg

Die Erfolgsidee von Dirk Rumberg, dem Macher der SZ-Edition und Vorreiter einer durch viele Nachahmer inzwischen tot gesagten Erfolgsmasche, lebt weiter: Wie heute bekannt wird, bringt jetzt auch das Hamburger Abendblatt eine 20 (!) bändige Literaturedition (Foto) heraus, allerdings mit regionalem Bezug.

Die Machart ist vertraut (bis hin zu den Umschlägen), das Konzept aber scheint

Ab morgen: Jeden Samstag ein neuer Band

erfolgversprechend. Im Boot mit einem Literaturpromi (Hellmuth Karasek) hat eine Redaktion (diesmal die Kulturredaktion der größten Regionalzeitung Norddeutschlands) „zwanzig der besten Hamburg-Romane zusammengetragen“ und – nach dem Vorbild von „München erlesen“, der regionalen München-Roman-Reihe der Süddeutschen Zeitung als „HAMBURGER ABENDBLATT Bibliothek“ zusammengestellt.

Vom 5. September 2009 an erscheint jeden Samstag ein neuer Band. Den Auftakt bildet „Der Mann im Strom“ von Siegfried Lenz, gefolgt von „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk.

Durchgesickert ist inzwischen auch, dass den Hamburgern bei der Realisierung dieses Projektes Dirk Rumberg zur Seite gestanden hat. Rumberg, der über den Inhalt seiner gegenwärtigen Hauptbeschäftigung, den Aufbau eines neuen Internet-Portals, nur verrät, dass es „nichts mit dem Buchmarkt zu tun“ habe, ist nebenberuflich ja noch auf verschiedenen Feldern im Buchgeschäft aktiv. So hatte er unter anderem Die Welt bei deren Literatur-Bibliothek beraten und ist auch als Agent für eine Reihe seiner früheren Autoren und Kollegen tätig.

Für die „HAMBURGER ABENDBLATT Bibliothek“ hat Dirk Rumberg sich mit Jan Groß, dem in Hamburg zuständigen Projektleiter, um den Einkauf der Lizenzen, aber auch um herstellerische und vertriebliche Themen gekümmert. Auf Seiten der Lizenzgeber sind diesmal nahezu alle einschlägigen deutschsprachigen Verlagshäuser mit an Bord, von Rowohlt und HoCa im Norden über S.Fischer, Eichborn und Suhrkamp (noch) in der Mitte bis zu Random House, dtv und Diogenes im Süden, von KiWi im Westen bis zu Ullstein im Osten. Aber es sind auch kleinere Verlage wie die Edition Nautilus oder Kein & Aber dabei. Verwunderlich, dass trotzdem das Projekt erst jetzt bekannt wird.

Ihnen allen ist die Lizenzvergabe diesmal wohl aus zwei Gründen leichter gefallen als in anderen Projekten: einmal liegt der Preis mit 9.95 Euro für den Einzelband (149,- Euro für die Gesamtreihe), zwar für ein Hardcover mit Schutzumschlag noch immer sehr niedrig, bewegt sich aber etwa auf bzw. über dem Niveau der lieferbaren Taschenbuchausgaben dieser Titel. Zum andern erwarten alle Marktteilnehmer, dass sich die Titel schwerpunktmäßig in Hamburg und Umgebung verkaufen werden.

Rumberg weits aber darauf hin, dass man „nicht unterschätzen“ sollte, wie viele „Exil-Hamburger“ es auch in anderen Städten und anderen Teilen der Bundesrepublik gibt. Von der München-Bibliothek der Süddeutschen jedenfalls wurden wohl deutlich mehr als die Hälfte der Bände (mit zum Teil durchaus beachtlichen 5stelligen Auflagen) außerhalb Münchens bzw. Bayerns verkauft.

Hier die komplette Liste:
5.9.: Lenz, Siegfried: „Der Mann im Strom“
12.9.: Strunk, Heinz: „Fleisch ist mein Gemüse. Eine Landjugend mit Musik“
19.9.: Oelker, Petra: „Die zerbrochene Uhr“
26.9.: Dönhoff, Friedrich: „Savoy Blues. Ein Fall für Sebastian Fink“
2.10.: Timm, Uwe: „Die Entdeckung der Currywurst“
10.10. Buchholz, Simone: „Revolverherz“
17.10. Fallada, Hans: „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“
24.10. Fuchs, Gerd: „Die Auswanderer“
31.10. Degen, Michael: „Der Steuerhinterzieher“
7.11. Kronauer, Brigitte: „Teufelsbrück“
14.11. Kempowski, Walter: „Herzlich willkommen“
21.11. Fichte, Hubert: „Die Palette“
28.11. Highsmith, Patricia: „Ripley’s Game oder Der amerikanische Freund“
5.12. Wondratschek, Wolf: „Einer von der Straße“
12.12. Schwanitz, Dietrich: „Der Campus“
19.12. Bessing, Joachim: „Wir Maschine“
24.12. Giordano, Ralph: „Die Bertinis“
2.1. Gerlach, Gunter: „Ich lebe noch, es geht mir gut“
9.1. Merian, Svende: „Der Tod des Märchenprinzen“
16.1. Richter, Konstantin: „Bettermann“

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