Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und weiter Sorge um Suhrkamp und FTD mit letzter Ausgabe

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?

Frankfurter Rundschau

„Mit Goldadern gerillt“: Umstritten, verstörend, groß ist Ezra Pounds Cantos, das jetzt im Arche Literatur Verlag erstmals vollständig auf Deutsch erschienen ist.

Suhrkamp-Anwalt sieht keine ernste Gefahr für den Verlag, weil dem Auflösungsantrag von Hans Barlach „jede Substanz fehlt“.

Abgesang auf die Financial Times Deutschland, die heute ihre letzte Ausgabe in die Briefkästen verschickt hat. Sie habe die Wirtschaftsberichterstattung nachhaltig verändert. Sie hat den Wettbewerb der Wirtschaftszeitungen angekurbelt und sie alle besser gemacht, so Robert von Heusinger, Wirtschaftschef der Frankfurter Rundschau.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Sex und Drogen und Sinnlosigkeit“: Die hochmodern wirkenden Beat-Briefe zwischen Allen Ginsberg und Jack Kerouac dokumentieren Aufstieg und Fall der analogen Bohème. Jetzt nachzulesen in Ruhm tötet alles bei Rogner & Bernhard.

„Auch du, mein Sohn Siegmund?“: Eitel sei der Mensch, genialisch und dreist. „Da wir uns nun einmal nicht vertragen“. Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem Sohn Siegmund dokumentiert einen einseitig zornigen Briefwechsel der Familie von Arnim (Wallstein).

„Der Wahnsinn am Stadtrand“: Jehoshua Kenaz beweist in Die Nachmittagsvorstellung (Luchterhand]) sein großes Erzähltalent.

Annotiert werden unter:
o „So entwarf Corbusier“ Arthur Rüegg, „Le Corbusier“. Möbel und Interieurs 1905 – 1965, Scheidegger & Spieß
o „So lebten die Bauern“: Roland Girtler, Aschenlauge, Böhlau
o „So klang Pulp“, Owen Hatherley, These Glory Days, Edition Tiamat

Eineinhalb Seiten Traueranzeigen für Berthold Albrecht, Vorstandsvorsitzender der Gesellschafter bei Aldi Nord.

Süddeutsche Zeitung

„Absurder als bei Kafka“: Ein seltenes Lebenszeichen von Liu Xia, der Frau des Nobelpreisträgers Liu Xiabo haben Reporter der Nachrichtenagentur AP erhaschen können. Sie darf ihre Wohnung nicht verlassen und wird andauernd bewachst. „Kafka hätte nichts absurderes schreiben können als“, so Liu Xia über ihre Situation.

„Etwas besseres als Stickwaren findest Du überall“: Ralph Dohrmanns Roman Kronhardt, Ullstein

„Ick fass dit alles nicht“: Ulrike Sterblich erzählt in Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt (Rowohlt TB) von einer Kindheit in West-Berlin.

„Die Sprache des Richters“ im Suhrkamp-Prozess und worum es bei Suhrkamp geht hier: http://www.sueddeutsche.de/kultur/traditionsverlag-worum-es-im-suhrkamp-prozess-geht-1.1543828.

Im Geld-Teil
„Managern geht es vor allem um sich selbst“: Interview mit Martin Suter, zuletzt Die Zeit, die Zeit bei Diogenes.

Die Welt

Tilman Krause kommentiert die Causa Suhrkamp bzw. Hans Barlach, der ein enormes destruktives Potenzial entfalte und titelt „Suhrkamps Heuschrecke“: Suhrkamp beweise in schwierigen Zeiten weiterhin ein gutes Stehvermögen mit Gespür für literarische Qualität.

Neuer deutsch-israelischer Übersetzerpreis ausgelobt, der ab 2015 die erste Ehrung aussprechen soll.

Bibliothek im Naumburger Dom ist wieder eröffnet worden.

China spekuliert über die Nobelpreisrede, die Mo Yan in Stockholm halten wird. Wird er Liu Xiaobo, der seinen Nobelpreis nicht entgegennehmen konnte, erwähnen? Die Debatte in China, auch darüber, was er anziehen wird, hat einen Grad an Absurdität erreicht. Das Dorf, in dem sein Haus steht, soll als ganzes zum Museum erklärt werden.

„Auenland ist abgebrannt“: Elmar Krekeler in seiner Krimi-Kolumne über Carl Nixon, Rocking Horse Road, Weidle.

Financial Times Deutschland

Heute mit ihrer letzten Ausgabe. Die Zeitung, die die Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr aus Kostengründen einstellt, erscheint mit schwarzem Titelblatt. Im Innenteil großes Foto, auf dem sich die Mitarbeiter der Zeitung vor Lesern und Anzeigenkunden verneigen – gewohnt ironisch, wie wir es an der Zeitung immer geliebt haben. Unfreiwillig ironisch die Beilage „How to spend it“. Wie auch immer: Auch von uns alles Gute an die Kollegen und Kolleginnen, die uns aus Finanzkreisen so manche Nachricht über die Buch- und Verlagswelt brachten.

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