Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und überall Twain ohne N-Wort

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Malen nach Zahlen“: Berliner Forscher untersuchen den Umgang mit Statistiken und Umfragen beider Seiten in der Sarrazin-Debatte.

„Twain, bereinigt“: Wie sinnvoll sind die noch nicht im Deutschen erhältlichen Neueditionen von Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn? Herausgeber Alan Gribben hat in den Werken rassistische Worte ersetzt.

„Eine hohe Schule des Sehens“: Uwe Tellkamps neues Buch Die Schwebebahn spielt wieder in Dresden. Es ist allerdings keine Fortsetzung vom Turm sondern bietet einen neuen Blick auf die räumlichen Konstellationen seiner Lebensgeschichte. Die Schwebebahn, Uwe Tellkamp (Insel)

„Der Blick durch geschliffenes Glas“: Ruth Klüger widmet sich in ihren Essays lakonisch und engagiert sachlich der weiblichen Literatur – und outet sich als Harry Potter-Fan. Was Frauen schreiben, Ruth Klüger (Zsolnay)

„Kritische Phase für Rezensenten“: Daniel Haas über die professionelle Literaturkritik in Zeiten des Internet.

Neue Sachbücher
„Schlüsselszenen“: Liu Yue, Kulturspezifisches Kommunikationsverhalten? Eine empirische Untersuchung zu aktuellen Tendenzen in chinesisch-deutschen Begegnungen (Iudicium)
„Naturalwirtschaft“: Dolly Fredd, Die Faultiermethode. Ein Manifest gegen die alltägliche Diktatur des Geldes (Rogner & Bernhard)
„Melodienabgrund“: Gernot Gruber, Schubert. Schubert? Leben und Musik (Bärenreiter)

Frankfurter Rundschau

„Welterschließende Kraft“: Maria und ich ist eine hinreißende Bilderzählung – und eine Liebeserklärung eines Vaters an seine autistische Tochter. Maria und ich, Maria und Miguel Gallardo (Reprodukt)

„Sklave Jim“: Auch Judith von Sternburg wundert sich über die neue Ausgabe von Mark Twains Büchern. Für sie betreibt der Herausgeber Gribben Geschichtsklitterung, die die Idee der politischen Korrektheit lächerlich macht.

„Erfinder von ‚Schweinchen Babe‘ gestorben“: Der britische Kinderbuchautor Dick King-Smith ist am Dienstag nach langer Krankheit friedlich eingeschlafen.

„Die große Ukraine ist heute einfach zu groß“: Der Schriftsteller Juri Andruchowytsch im Gespräch über die Geschichte und politische Gegenwart seines Landes.
„Die skeptische Exorzistin“: Pfarrerin Merrily Watkins setzt sich zum fünften Mal mit dem Bösen auseinander. Der Himmel über dem Bösen, Phil Rickman (Rowohlt)

„Stiftung Lesen: Jörg F. Maas neuer Geschäftsführer“

„Die Ästhetik der Liste“: Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen, George Perec (Libelle)

„Wo eine Hand die andere wäscht“: Entfernte Verwandte, Matti Rönkä (Lübbe)

Süddeutsche Zeitung

„Die Jagd auf den Jäger“: Ein rasant erzählter WWW-Krimi in der Jungen Bibliothek der SZ. Salamander im Netz, Elisabeth Honey (SZ)

„Handy im Nacken, Tod im Kopf“: Subtil und amüsant widmet sich Richard Russo dem langen Abschied von den Eltern. Diese alte Sehnsucht, Richard Russo (DuMont)

„Es beginnt mit Schwierigkeit, endet mit Not“: bernhard Maaz erkundet das vernachlässigte Kapitel der skulpturalen Schöpfungen des 19. Jahrhunderts. Skulptur in Deutschland zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg, Bernhard Maaz (Deutscher Kunstverlag)

„Hörrohr & Humor“: Wunderbare Funk-Klassiker. Hörrohr klar zum Gefecht. Die frühen Comics aus Dr. Seltsams Sinntags-Sortiment, Robert Gernhardt, Peter Knorr (Zweitausendeins)

„Vom Psalm zur Satire“ Zum Tod von Hadayatullah Hübsch

Nachrichten:
Die „politisch korrekten“ Versionen von Twains Klassikern sorgen für Kritik in den USA.

Dick King-Smith, Erfinder vom Schweinchen namens Babe, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Kinder- und Jugendliteratur

„Des toten Mannes Kiste“: Die Schatzinsel in einer neuen Prachtausgabe. Die Schatzinsel, Robert Louis Stevenson (Sauerländer)

„Werde ich je aus seinem Schatten treten?“: Alois Prinz erzählt in sieben Biographien vom schwierigen Verhältnis zwischen berühmten Vätern und Söhnen. Rebellische Söhne, Alois Prinz (Beltz & gelberg)

„Martin Walser entdeckt Karl May neu“: Der Schriftsteller entdeckt seine alte Liebe zu Winnetou neu.

gut & günstig
Hilke Rosenboom: Hund Müller (Carlsen)
Elizabeth Scott: Stealing Heaven (dtv)

SZ-Magazin
Der Krimi-Autor Elmore Leonard verrät seine acht Regeln fürs Schreiben.

„Mehr Zeit für mich“: Die Radaktion rät zur Gesamtausgabe von Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Gelesen von Peter Matić (Hörverlag)

Financial Times Deutschland

Kommentar:
Steven Johnson über die „Konterrevolution der elektronischen Bücher“. Seit jeher versuchen die Menschen, Informationen zu verknüpfen – einst mit dem alphabetischen Index von Büchern, heute mit Links im Internet. Doch nun bedrohen geschlossene Systeme wie Apps und E-Books unser Wissen.

Neue Zürcher Zeitung

„Laufsteg in Flammen“ – eine Ausstellung in der Royal Academy of Arts in London betrachtet Kleider als Produkte von Kultur, Tradition, Innovation oder Konfrontation, als Embleme nationaler Zugehörigkeit, als Objekte mit architektonischer Struktur und nicht zuletzt als Werkzeuge der Selbstinszenierung. Der Katalog dazu: Aware: Art Fashion Identity, herausgegeben von Gabi Scarbi (Damiani-Verlag, Bologna).

Neue Hörbücher:
Peter Bichsel: Transsibirische Geschichten (Der gesunde Menschenversand)

Nelly Sachs, Schriftstellerin, Feature von Vera Teichmann (Deutschlandradio Kultur/Speak Low) – das Zürcher Museum Strauhof zeigt bis zum 27. Februar eine Ausstellung zu Nelly Sachs.

Wenn ich Schweiz sage. Schweizer Lyrik im Originalton von 1937 bis heute, herausgegeben von Roger Perret und Ingo Starz (Christoph Merian Verlag)

Und: „Mann ohne Eigenschaften“ – Karl Corino (Hg.): Erinnerungen an Robert Musil. Texte von Augenzeugen (Nimbus Verlag)

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.