Bücher und Autoren heute in den Feuilletons: Treffer für Kein & Aber, noch mehr Grass – und Michael Krüger will die NZZ mit ins Grab nehmen

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Gute Leser sind Kannibalen“: Arno Widmann schreibt über Kurt Flasch Kampfplätze der Philosophie (Klostermann)und lobt, das Buch „Ist von jener Einfachheit, die so schwer zu machen ist“.

Noch kurz gestreift unter „Mit den schönen Künsten vertraut“: Reinhard Brandt Warum ändert sich alles(Hanser): „Eine Aphorismensammlung auch für ein breiteres Publikum“.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Aufstieg durch Leistung“: Im Lesesaal wird heute die erste Frage „Wie erzählt man die

Die Kontroverse geht los

deutsche Geschichte seit 1947?“ gestellt – Anlass ist das Erscheinen des fünften und letzten Bandes von Hans-Ulrich Wehlers Deutscher Gesellschaftsgeschichte, der die Epoche von 1949 bis 1990 schildert (C.H.Beck).

Andreas Platthaus bespricht Günter Grass Die Box : „Macht Grass sympathischer, als wir vermutet hätten“.

Kritik in Kürze :

Unter „Die Wende am Ende“: über die Erzählungen von Brigitte GiraudDie Liebe ist doch sehr überschätzt(S. Fischer) („schreibt mit großer Sensibilität“).

und „Im Bett mit Mohammed“ über Salwa Al Neimi Honigkuss (HoCa) über das Sexualleben der orientalischen Frau, aber „nur schwer nachzuvollziehen“, dass dieses Buch einen Skandal ausgelöst haben soll.

„Der Rechercheur“: Hannes Hintermeier schreibt zum 70. Geburtstag von Frederick Forsyth.

„Die Undine der Evolutionstheorie“: Unter dieser Headline schreibt Julia Voss über das Buch von Robert J. Richards The Tragic Sense of Life(Chicago University Press): „Der deutsche Evolutionsbiologe Ernst Haeckel galt als Bösewicht der Wissenschaftsgeschichte. Das Buch gibt seine Leben eine neue Wendung“ .

„Der große Trainingsschwindel“: Andreas Platthaus schreibt über Richard Gris Die Weiterbildungslüge (Campus): „Ein Plädoyer für weniger Fortbildung“ – Lassen sich Führungskräfte Blödsinn andrehen? „

Die Welt

Tilmann Krause empört sich: „In Die Box schreibt Günter Grass Familiengeschichten paternalisch und beschädigt damit seine reizvolle Hauptfigur“ (Steidl).

Ulrich Herbert zieht Bilanz über das Erscheinen des fünften und letzten Bandes von Hans-Ulrich Wehlers Deutscher Gesellschaftsgeschichte, der die Epoche von 1949 bis 1990 schildert (C.H.Beck) : „Meister der Analyse, nicht der Erzählung“.

Süddeutsche Zeitung

„Die Erfindung des Berühmtseins“: Joseph Hanimann schreibt über den Roman von Gilles Leroy Alabama Song über das verpuffte Talent der Zelda Fitzgerald, der Frau von F. Scott Fitzgerald (Kein & Aber): „Der junge Zürcher Verlag hat mit diesem Buch einen Treffer gelandet“.

„Der Gefesselte von Kreuzlingen“ heißt der Beitrag von Michael Diers über die Krankheitsjahre des Kunstkritikers Aby Warburg Die unendliche Heilung(Diaphanes). Sein Fazit über diese Dokumentation: „Ein notwendiges, verstörendes Buch“.

Neue Zürcher Zeitung

Heute erscheinen in der NZZ die Seiten Literatur und Kunst.

Kommentiert wird auf Seite 1 des Feuilletons der Fall Vladimir Nabokov: Nachdem bereits vorletzte Woche über die späte Veröffentlichung des Romanfragments Laura von Vladimir Nabokov, das im Herbst bei Rowohlt erscheinen soll und von dem die ZEIT einen Auszug veröffentlichte, Thema des Feuilletons war, kommentiert Ulrich M. Schmid die Debatte: Eine Beurteilung des Fragments sei auf Grund des kurzen Ausschnitts kaum möglich. Und da Rowohlt auch die Karteikarten, auf dem der Roman notiert wurde, im Faksimile mitliefern will, könnte sich der Leser als das eigentliche Genie erweisen, wenn er die Episoden nach eigenem Gutdünken austauscht.

Rechts unten auf der Titelseite des Feuilletons äußert sich Hanser-Verleger Michael Krüger voll des Lobes über die alte Dame NZZ und schreibt: „Man soll mir, wenn ich ins Grab sinke, das Exemplar vom Tage in die Grube hinterherwerfen“.

Unter der Überschrift „Der zweite Anlauf“ hat Joachim Güntner nun auch das Thema E-Book entdeckt und vollzieht den Gedanken nach, den BuchMarkt in seiner letzten Ausgabe (8-2008, S. 26ff.) bereits vorstellte: „Der Buchhandel hat einige Verwerfungen zu erwarten. Und diesmal könnte es weniger die Kleinen als die großen Ketten treffen.“

Erstmals auf Deutsch sind die New Yorker Poetikvorlesungen von Max Frisch erschienen, die Ausgabe unter dem Titel Schwarzes Quadrat im Suhrkamp Verlag hat sich Beatrice von Matt angesehen.

Michael Schefczyk hat sich unter „Der Freiheit neue Kleider“ mit Quentin Skinner und dessen Buch über die politische Philosophie des Thomas Hobbes, Freiheit und Pflicht, (Suhrkamp) auseinandergesetzt.

„In der Zeitfurche“ heißt die Rezension von Roman Buchele, in der er sich für die „poetische Verdichtung und erzählerische Fülle“ in dem Roman Willkommen neue Träume von Norbert Niemann (Carl Hanser) begeistert.

Der Ammann-Autor Navid Kermani (Kurzmitteilungen) setzt sich mit Caravaggios „Kreuzigung des Petrus“ auseinander.

„Die Genauigkeit der Freiheit“: Mit dieser Überschrift lobt Rezensent Thomas Schacher begeistert die Neuübersetzung der Memoiren von Hector Berlioz, die unter dem Titel Memoiren bei Bärenreiter erschienen sind.

Christian Wildhagen erläutert in einigen Anmerkungen die Erstveröffentlichung der Gesammelten Schriften von György Ligeti unter der Überschrift „…was alles spiegelt sich in dieser Musik“. Sie sind unter dem Titel „Gesammelte Schriften“ bei Schott Music Mainz erschienen.

Zwei Bücher und eine DVD über den Dirigenten Carlos Kleiber rezensiert Daniel Ender unter der Überschrift „Ein Schwieriger, aber nicht nur“. Die Biografie von Alexander Werner Carlos Kleiber aus dem Schott Verlag Mainz erreiche zwar höchste Lebendigkeit, aber zum Preis von „kaum einschätzbarer Zuverlässigkeit mancher seiner Quellen“. Demgegenüber wirke das Buch von Jens Malte Fischer Carlos Kleiber, der skrupellose Exzentriker (Wallstein) holzschnittartig. Zur Kleiber-Lektüre empfiehlt Ender die DVD Carlos Kleiber. Probe und Aufführung von Arthaus Music.

Focus

Unter dem Titel „Vatti und Mariechen“ schreibt Rainer Schmitz über Güther Grass´Die Box: „Abgesehen von ein paar Dopplungen, ist ‚Die Box‘ ein wunderbares, amüsantes Buch.“

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