Haderers Jesus-Buch schon bei 50.000 Auflage

Die erste Auflage des Buches „Das Leben des Jesus“ von Karikaturist Gerhard Haderer hat sich dank der heftigen Kritik der katholischen Kirche bestens verkauft. 50.000 Bücher sind nach Angaben des Ueberreuter Verlages schon verkauft, kommende Woche sollen weitere 15.000 Bücher nachgeliefert werden. „Der Absatz ist jetzt reißend. Der Buchhandel lässt sich nicht abschrecken“, hieß es dazu aus dem Verlag.

Derzeit geht, wie der STANDARD meldet, die Diskussion in Österreich über das Buch weiter: Erstmals meldet sich auch eine Spitzenpolitikerin zu Wort. Vizekanzlerin, FP-Parteiobfrau Susanne Riess-Passer, kritisiert im Magazin profil den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der den öffentlichen Streit ausgelöst hat. „Vom Herrn Kardinal hätte ich mir Mut oft an anderer Stelle gewünscht“, sagt Riess-Passer. Die Kirche sei heute in einer schwierigen Position, „weil sie einige gesellschaftliche Entwicklungen nicht nachvollzogen hat und deshalb auch vielen Menschen auch keine Antworten mehr geben kann – ich denke etwa an die wiederverheirateten Geschiedenen oder den Umgang mit Homosexuellen.“

Auch der Wiener ÖVP-Politiker und ehemalige Kulturstadtrat Peter Marboe schaltete sich in die Diskussion ein. Es sei zwar Schönborns „Pflicht, sich dagegen zu wehren“, so Marboe, er befürworte jedoch Straffreiheit (wie bei der Fristenlösung) bei einer Verurteilung nach Paragraf 188 Strafgesetzbuch.

Ganz anders der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Der sieht in dem Jesus-Buch eine „bösartige Revolte gegen Gott“ und befürchtet eine „Verfolgung der Kirche“. Für ihn findet derzeit „eine ideologisch begründete Vernachlässigung des Blasphemie-Paragrafen“ unter der Richterschaft statt. Tatsächlich wurde in der Vergangenheit in Österreich mehrmals die Freiheit der Kunst zugunsten des Schutzes der Religion vor Verspottung eingeschränkt. In den letzten zehn Jahren gab es rund zehn Verurteilungen wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren“.

Zuletzt wurde laut Standard der Karikaturist Manfred Deix 1994 gemeinsam mit dem damaligen profil-Herausgeber zu je 56.000 Schilling Strafe verurteilt. Grund war ein Cartoon, in dem Deix Jesus Christus als Störenfried, Schürzenjäger und wehleidigen Gekreuzigten darstellte.

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