In den Medien Die Bücher von Lutz Seiler und Hilary Mantel morgen in „Druckfrisch“

Das sind die Bücher und Autoren in der DRUCKFRISCH Ausgabe am am 29. März 2020 um 23:35 Uhr in der ARD:

Lutz Seiler: „Stern 111“ (Suhrkamp)

 

Es ist erst 30 Jahre her und wirkt doch wie der Blick in eine fremde Welt. Lutz Seilers mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneter Roman erzählt von der Wendezeit in Deutschland: Während der Student Carl im Osten bleiben will, machen sich seine Eltern schon zwei Tage nach dem Mauerfall in Richtung Westen auf. Carl sucht seinen Weg zwischen Verfall und Utopie, indem er in der Ostberliner Kneipe „Assel“ jobbt – ein Ort, so real und unwirklich zugleich wie „Der Klausner“ auf Hiddensee in Seilers Erfolgsroman „Kruso“. Wieder verdichtet der Autor persönliche Erinnerungen und Hoffnungen jener Tage zu einem Zeitbild, das uns heute fast schon märchenhaft erscheint. „Solange Carl träumte, schien vollkommen klar, dass das die Wahrheit war.“ „Stern 111“ hieß ein DDR-Radiogerät. Inzwischen ist die Literatur der Empfänger für die Wellen von damals.

Hilary Mantel: „Spiegel und Licht“ (DuMont)

 

Es ist fast 500 Jahre her und wirkt doch wie ein Blick in unsere Gegenwart. Mit „Spiegel und Licht“ vollendet die britische Autorin Hilary Mantel ihre großartige und vielfach preisgekrönte Trilogie über England zur Zeit Heinrichs des Achten. Dessen Minister Thomas Cromwell (1485-1540) steht im Zentrum der Romane, in seiner Geschichte spiegeln sich alle Intrigen, Machtkämpfe und Glaubenskriege der Tudor-Zeit. Der Streit zwischen König und Adel, Heinrichs Heiratspolitik, die Trennung Englands von der Römischen Kirche, das empfindliche und schnell zerstörte Gleichgewicht der Kräfte – all das schildert Hilary Mantel anhand der Figur des „Lordsiegelbewahrers“ Cromwell, der am Ende selbst in Ungnade fällt. Eine Geschichte von Macht, Politik und menschlichen Abgründen – so lebendig und präsent, wie man es in historischen Romanen noch nicht gelesen hat. Hilary Mantel hat nicht nur ein Geschichtsepos geschrieben, sie hat ein ganzes Genre erneuert.

Denis Scheck empfiehlt

 

Die persönliche Empfehlung von Denis Scheck: Giuseppe Tomasi di Lampedusas „Der Leopard“ (Piper).

Bestsellerliste

Aus aktuellem Anlass kommentiert Denis Scheck nicht die Spiegel-Bestsellerliste mit Fitzek, Fröhlich und Co., sondern seine persönliche Top Ten der Bücher, die in Corona-Krisenzeiten helfen können, kühlen Kopf zu bewahren.

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