Ihre Berliner Agentur InterKontinental haben sie mit einer Buchhandlung ergänzt Die 11-Bücher-Frage an Stefanie Hirsbrunner und Karla Kutzner

Stefanie Hirsbrunner und Karla Kutzner

Die beiden Politikwissenschaftlerinnen Stefanie Hirsbrunner und Karla Kutzner haben ein klares Ziel: Sie wollen der Literatur aus Afrika zu mehr Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum verhelfen. 2017 gründeten sie in Berlin die Agentur Interkontinental, die afrikanische Autorinnen und Autoren vertritt, 2018 organisierten sie das erste Afrikanische Literaturfestival und vor gut zwei Monaten eröffneten sie in den Räumlichkeiten der Agentur in Friedrichshain die Buchhandlung InterKontinental, die erste für afrikanische Literatur, wie sie versichern. Zwar gebe es hierzulande Übersetzungen literarischer Werke und Klassiker von afrikanischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, aber vergleichsweise wenige oder veraltete. „Wir wollen den sonst so oft marginalisierten Stimmen von afrikanischen und afro-deutschen Literaturschaffenden eine Stimme geben“, betonen die beiden Gründerinnen, die zurzeit mitten in den Vorbereitungen für das zweite Afrikanische Literaturfestival im Kino Babylon in Berlin-Mitte stecken.
Eröffnet wird es am 4. April von dem Schriftsteller Ben Okri und dem Kritiker Denis Scheck.

ml

1. Ihr Lieblingsbuch als Kind?
Karla Kutzner: Astrid Lindgren, Lotta kann fast alles

Stefanie Hirsbrunner: Michael Ende, Die unendliche Geschichte

2. Welches Buch hat Ihr Leben geprägt?
K.K: Alice Munro, Tricks. Acht Erzählungen. In meiner Erinnerung das erste Buch, das ich bewusst gelesen habe, in denen Frauen Hauptfiguren waren
S.H: Walter Rodney, How Europe Underdeveloped Africa

3.Ihr Lieblingsbuch heute?
K.K: Das wechselt bei mir jährlich, momentan Alle außer mir von Francesca Melandri, weil es der Autorin gelingt, nicht nur die verdrängte Kolonialgeschichte Italiens zu erzählen, sondern die nebenbei aktuelle Debatten über Sexismus, Begehren, Migration und Politik thematisiert

4. Welchem Buch hätten Sie mehr Erfolg gewünscht?
S.H: Blackass von Igoni Barrett müsste meiner Ansicht nach längst auf Deutsch vorliegen – eine großartige, an Kafka angelehnte Gesellschaftskritik

5. Welches Buch verschenken Sie am liebsten?
K.K: Carolin Emcke, Wie wir begehren S.H: Ayobami Adebayo, Bleib bei mir

6. Welchem Buch würden Sie ein ganzes Schaufenster
zur Verfügung stellen?
KK: Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben S.H: Sharon Dodua Otoo, Die Dinge die ich denke, während ich höflich lächle

7. Welches Buch halten Sie für völlig überflüssig?
S.H: Corinne Hofmann, Die weiße Massai

8.Welcher Bestsellererfolg kam für Sie unerwartet?
K.K: Bestseller mag übertrieben sein, aber ich hätte nicht erwartet, dass Heimkehren von Yaa Gyasi so viel positive Resonanz erfährt

9. Welchem aktuellen Titel wünschen Sie den größten Erfolg?
S.H: The Old Drift von Namwali Serpell, die sambische Caine Prize Gewinnerin von 2015, von der wir bisher nur Kurzgeschichten kennen

10. Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?
K.K: Michelle Obama: Becoming
S.H: Helen Oyeyemi, Was Du nicht hast, brauchst Du nicht

11. Welches Buch lesen Sie gerade?
K.K: Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig, u.a. The Freedom Artist, den gerade erschienenen Roman von unserem diesjährigen Festival-Headliner Ben Okri

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