Viktor Niemann: Es war eine schwere Entscheidung, aber Ullstein gehört nach Berlin wie das Brandenburger Tor / Der Umzug damals war ein Fehler

Inzwischen konnten wir mit Viktor Niemann sprechen, der als Geschäftsführer der deutschen Bonnier Holding letztlich für die Entscheidung verantwortlich ist, die Ullstein Verlage wieder nach Berlin zurück zu führen.

Viktor Niemann: „Ich habe mir die Entscheidung sehr schwer gemacht, kann auch die Tränen verstehen, die manche jetzt vergießen. Viele haben ein Haus, schulpflichtige Kinder, Partner, die aus beruflichen Gründen nicht mitgehen können.“

Aber: „Wir wollen jeden mitnehmen, weil wir als Gemeinschaft zusammen bleiben müssen. Es gibt Hilfen, das verspreche ich, denn wir wollen die bisherige Geimeinschaft forsetzen.“

Warum übehaupt der Umzug?

„Wir hatten keine andere Wahl. Ullstein und Propyläen gehören nach Berlin wie das Brandenburger Tor. Aber ohne die Satelliten Econ, List, Marion von Schröder ist auch der Ullstein Verlag heute wirtschaftlich nicht lebensfähig, das ist alles miteinander verzahnt. Entweder gehen also alle mit oder das Unterneen hat keine Zukunft. Auch Hartmut Jedicke und ich werden unsere Lebensmitte nach Berlin verlagern.“

Der Verlag ist doch erst vor wenigen Jahren von Berlin weggezogen?

„Das war ein Fehler – man kann auch nicht den Kudamm nach München verlagern. Jeder Verlag hat eine Seele und ein Umfeld, in dem er verankert ist. Piper gehört seit 100 Jahren nach München, Carlsen seit 50 Jahren nach Hamburg. Thienemann seit 180 Jahren nach Stuttgart. Das muss so bleiben – Ullstein ist ein Hauptstadt – Verlag und muss dorthin zurück. Wer den wunderbaren „Ullstein-Roman“ von Stan Nadolny gelesen hat, wird das verstehen.“

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