UIAG steigt bei Libro aus. Obwohl die Aktie gestiegen ist, warnen die Experten: Finger weg!

„Bei Libro dreht sich das Besitzerkarussell: Am Dienstag gaben Unternehmensinvest AG (UIAG) und die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ihren Ausstieg bei der Medienhandelskette bekannt. Für den Abstoß der 25 Prozent Anteile wurde der Steuerberater Walter Wundsam beauftragt, heißt es in einer Aussendung der UIAG. Mit den neuen Eigentümern sollen nun 700 Mio. S „neues Eigenkapital“ in die Kette fließen und „somit eine erfolgreiche Weiterführung von Libro ermöglichen“. Es liegen bereits zwei Angebote vor. Ende Juni sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Für Libro verhandelt der Fusionskonsulent Thomas Scheiner, schreibt der österreichische Standard. Die Interessenten sind der Welser Schreibwarengroßhändler PBS/Stahrlinger, wobei auch das kleine Investmenthaus Euro Invest mitmischt, und die Investorengruppe VCH. Dazu die UIAG: „Mit den Interessenten wurde Stillschweigen vereinbart.“ Die Verhandlungen sollen Ende Juni abgeschlossen sein. Wenn UIAG/DBAG (25 Prozent) und Telekom Austria (25 Prozent plus eine Aktie) ihre Anteile abgeben, ist der Weg zu einer neuen industriellen Führung durch den Käufer frei. Das hatte etwa Stahrlinger zur Bedingung gemacht. Die Nachricht kam eineinhalb Stunden vor dem Dienstag um 15 Uhr anberaumten Bankengipfel, der die Zukunft der maroden Kette klären sollte. Die Libro-Sanierer, die Neovorstände Otto Arbeiter und Bernhard Chwatal, haben einen neuen Statusbericht erstellt. Von den Banken wird erwartet, dass sie mindestens die Hälfte der Schulden nachlassen. Libro hat insgesamt 2,3 Mrd. S ( 31,65 Mio Euro) Schulden bei den Banken: Laut einem Gutachten des Unternehmensberaters Roland Berger steht Libro bei Bank Austria/CA mit 700 Mio. S in der Kreide, bei der Oberbank mit 420 Mio. S, bei Deutsche Bank und Erste Bank mit jeweils 290 Mio. S, der Raiffeisen Wien/NÖ und der P.S.K mit jeweils 200 Mio. S, der RZB mit 120 Mio. S und der Bank für Kärnten und Steiermark mit 80 Mio. S. Die Libro-Aktie hingegen zeigte sich am Dienstag mit einem kräftigen Kursplus von 18,60 Prozent auf einem Niveau von 5,10 Euro. Bereits in den letzten Tagen wurden spekulativ orientierte Käufe in Libro-Aktien beobachtet. Gegenüber ihrem Tiefstand auf Schlusskursbasis (3,34 Euro) haben die schwer geprügelten Libro-Aktien damit bereits knapp 59 Prozent aufgeholt. Von ihren historischen Höchstständen bei rund 68 Euro ist das Papier damit aber noch immer deutlich entfernt. Am Parkett wurden Stimmen über einen Kauf im Ausmaß von lediglich einem Euro je Aktie laut. Ein Marktteilnehmer erklärte dazu: „Mit den Schulden drin ist die Firma insolvent. Von der Höhe des Schuldennachlasses hängt die Höhe des Angebotes ab.“ Im Falle einer Insolvenz wäre eine Aktie gleich null Euro wert. In jedem Fall raten Experten derzeit, die Finger von dem Papier zu lassen, die Aktie schieße zwar hinauf, aber das sei „das reinste Hasardieren“. „

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