Trauer um einen großen Verleger

Er war einer der letzten großen unabhängigen Verleger – und obwohl sein Verlag nicht seinen Namen, sondern den seines Vaters trug, war Rolf Heyne der eigentliche „Gründer“ des heutigen Wilhelm Heyne Verlages, in den er 1951 eingetreten war: Aus Amerika brachte er einen neuen populären Taschenbuch-Typ mit, den es so zuvor in Deutschland nicht gegeben hatte. Das war 1958, als die ersten Heyne-Taschenbücher erschienen, in einem schon damals überbesetzt erscheinenden Markt. Die Entwicklung ist bekannt: Das Heyne Taschenbuch veränderte den Markt, machte seinen Verlag über viele Jahre zum Marktführer. Es ist bittere Ironie, dass Rolf Heyne nur zwei Tage nach Bekanntwerden des Verkaufs der Mehrheit an seinem Lebenswerk gestorben ist und dass damit eingetreten ist, was seine Freunde und Weggefährten im Grunde wussten: Rolf Heyne trennt sich nur von seinem Unternehmen, wenn er es allein nicht mehr schaffen kann – und will: Schon im September, als der Verkauf wohl schon besiegelt war, muss er gewusst haben, dass er den Kampf gegen den Krebs verlieren würde. Die Branche trauert um einen großen, vielleicht genialen Verleger, der sein Haus zu einem der bedeutendsten Publikumsverlage Deutschlands gemacht hat. Und ich um einen Freund. CVZ

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