Streit um Haider-Roman „Weiße Nacht“ geht weiter: Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen?

Die Klage gegen „Weiße Nacht“ von David Schalko soll am 19. Februar verhandelt werden; der Kläger Stefan Petzner hat dazu den Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Verhandlung um 9 Uhr im Landesgericht Wien, Saal 304, beantragt.

Das teilt der Czernin Verlag gerade mit, wegen dessen Veröffentlichung von David Schalkos Roman „Weiße Nacht“ der österreichische BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner geklagt hat. Da bei der Verhandlung „Tatsachen des höchstpersönlichen Lebensbereiches des Antragstellers erörtert werden“, beantragt er den Ausschluss der Öffentlichkeit nach § 8a Abs. 2 MedienG. Die zuständige Richterin wird über den Antrag bei Verhandlungsbeginn entscheiden.

Seinen Entschädigungsanspruch für die öffentliche Bloßstellung durch das Buch untermauert Petzner in der Replik mit der Begründung, die breite mediale Berichterstattung seit dem Einreichen der Klage habe den Buchverkauf und somit den Umsatz des Verlages gesteigert:
Durch die inkriminierten Textstellen würde im Kern und zusammenfassend nichts anderes behauptet, „als dass der Antragsteller der Liebhaber und Sexualpartner von Dr. Jörg Haider gewesen wäre.“ Das sei „– wenn auch für vorliegendes Verfahren irrelevant nicht nur unwahr – eine typische Verletzung von § 7 MedienG.“

Es geht heiß zur sache: In einem Interview, das Petzner dem Bayerischen Rundfunk gegeben hat, gibt er an, „dass man hier so Praktiken, Methoden, wie hier vom Herrn Schalko angewendet, dass man denen einen Riegel vorschieben muss … Weil hier meine persönliche Freiheit, meine Person geschädigt, bzw. meine Freiheit eingeschränkt wird. Das kann man als aufrechter Demokrat nicht zulassen. Man kann erst recht nicht zulassen, dass dieser Herr Schalko, der ein mieser Autor ist und bisher nur ein paar Seiten Klopapier verkauft hat, mit meinem Namen und mit meiner Geschichte, mit meinem politischen Agieren Kohle macht, auf gut Österreichisch gesagt. Das heißt, der schreibt ein Buch über den Petzner und erwartet sich dadurch, dass er reich wird…Der Schalko hat natürlich genau so reagiert, wie ich das erwartet habe. Die Klage an die Medien gespielt und damit die Auflage des Buches gesteigert.“

„Kurz zusammengefasst, damit Sie es auch nicht lesen müssen meine Damen und Herren, geht’s in dem Buch darum, dass versucht wird anhand von zwei Personen, so das persönliche Verhältnis zwischen einem bekannten Politiker und einem Mitarbeiter darzustellen. Das Ganze wird da in Verbindung gebracht mit – wie soll ich das formulieren – mit Mechanismen, mit Stilmitteln, die auch in der NS-Zeit angewandt worden sind. Da wird meine Person in dem Buch eben dargestellt. Teilweise mit sexuellen Anspielungen, die, wie gesagt, in meine Intimsphäre hineinreichen und das zieht sich durch das ganze Buch.“

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