Orell Füssli: Unbefriedigendes Betriebsergebnis 2011 löst Strukturmaßnahmen aus

Orell Füssli erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von CHF 287.8 Mio, was einem Rückgang um 9.9% gegenüber dem Vorjahr entspricht [mehr…]. Bereinigt um Währungseinflüsse und Veränderungen im Konsolidierungskreis betrug der Umsatzrückgang 5.4%.

Dieser sei maßgeblich von den Divisionen Sicherheitsdruck und Buchhandel geprägt, gibt das Unternehmen bekannt. Das Betriebsergebnis (EBIT) der Orell Füssli Gruppe reduzierte sich auf CHF 2.4 Mio. (VJ CHF 13.2 Mio). Das Betriebsergebnis wurde durch Rückstellungen für den Buchhandel und für Atlantic Zeiser im Umfang von CHF 6.8 Mio belastet. Im Sicherheitsdruck blieb der Gewinn wegen dem erneuten Aufschub eines wichtigen Auftrages hinter den Erwartungen zurück. Das Jahresergebnis nach Minderheitsanteilen beläuft sich auf CHF 0.2 Mio. (VJ CHF 9.5 Mio).

Atlantic Zeiser (AZ) steigerte im Jahr 2011 den Umsatz um 4.5% auf € 61.9 Mio. Vor a.o. Rückstellungen resultierte ein Betriebsergebnis von € -1.5 Mio (Vorjahr € + 0.2 Mio). Diese Verschlechterung ist unter anderem auf höhere Personalkosten im Zusammenhang mit der Stärkung der Marketing- und Vertriebsleistung zurückzuführen. Eingeleitete Rationalisierungsmaßnahmen im Bereich Entwicklung und Produktion sowie die Fokussierung der Marktbearbeitung auf vielversprechende Branchen sollen dazu führen, dass AZ wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird.
Als neuer Geschäftsführer von AZ wurde Manfred Minich gewählt, der seine Aufgabe anfangs Mai 2012 aufnehmen wird.

Im Sicherheitsdruck musste ein Umsatzrückgang um 14% auf CHF 85.4 Mio (Vorjahr CHF 99.3 Mio) in Kauf genommen werden. Der Rückgang wurde durch den Auftragsmix, den Preiswettbewerb und durch die negative Währungsentwicklung verursacht. Trotz dieser schwierigen Umstände konnte ein EBIT von CHF 11.3 Mio (VJ CHF 13.1 Mio) erzielt werden. Wesentlich dazu beigetragen haben die seit zwei Jahren laufenden Optimierungsmaßnahmen in der Produktion. Insgesamt war die Auslastung auf einem hohen Niveau, trotz dem erneut aufgeschobenen Druckbeginn der neuen Schweizer Banknoten. In der Berichtsperiode konnten weitere ausländische Kunden gewonnen werden.

Im Buchhandelsgeschäft gingen die Verkaufserlöse bei Orell Füssli wie in der gesamten Branche aufgrund von Preissenkungen und einem leichten Absatzrückgang zurück. Insgesamt resultierte ein Umsatz von CHF 113.8 Mio, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 5.1% (Vorjahr CHF 119.9 Mio) bedeutet. Vor a.o. Rückstellungen erwirtschaftete die Division ein ausgeglichenes Ergebnis (TCHF 300). Im Hinblick auf eine bevorstehende Filialbereinigung wurden Rückstellungen in der Größenordnung von rund CHF 3 Mio getätigt.
Die Bilanz der Orell Füssli sei aber trotz der „unbefriedigenden Ergebnisse“ weiterhin „sehr solide“ und weist eine Eigenkapitalquote inklusive Minderheitsanteilen von 66.5% (VJ 72.9%) auf.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 10. Mai 2012 die Ausschüttung einer Dividende von CHF 2.– pro Aktie. Eine Dividendenausschüttung wäre beim vorliegenden Resultat gemäß unserer langjährigen Dividendenpolitik nicht vorgesehen. Sie sei angesichts der soliden Bilanzsituation vertretbar.

Veränderungen gibt es im Verwaltungsrat: Der amtierende Verwaltungsratspräsident, Klaus Oesch, scheidet anlässlich der Generalversammlung planmäßig aus dem Verwaltungsrat aus. An seiner Stelle wird der Generalversammlung die Zuwahl von Heinrich Fischer als neues Verwaltungsratsmitglied beantragt. Es ist vorgesehen, dass Fischer nach seiner Wahl durch die GV das Präsidium übernehmen wird. Fischer ist Industriefachmann und verfügt über langjährige internationale Erfahrung als Konzernleitungsmitglied der Oerlikon Bührle sowie als Unternehmensleiter und Verwaltungsrat der Saurer AG. Heute ist er als Präsident einer Investmentgesellschaft und Verwaltungsrat bei börsenkotierten Gesellschaften wie Tecan, Schweiter und Hilti sowie weiteren Unternehmen tätig.

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